Er sagte das so unbekümmert heraus, daß ich stutzig wurde. Doch erwiderte ich: „Da fragst du? Was hätt’ ich denn bei euch gemacht? Wär’ euch ja doch nur im Weg umgangen, dir und der Marie! Und zum Arbeiten bin ich mit meinem blessierten Arm doch auch nichts mehr.“

Bartel kniff die Augen zusammen, ein eigentümliches, widerliches Lächeln spielte um seine schmalen Lippen und dann sagte er: „Weilst schon selber anfangst davon, na ja, eine recht große Freud könnt meine Schwester, die Oberleitnerin, freilich über dich nit haben. Zuerst bringst du’s in die Unehr und dann laßt du von dir nix mehr hören! Das ist wohl nit grad in der Ordnung gewesen.“

„Das ist nit wahr,“ fuhr ich auf, „ich habe ihr ein paarmal geschrieben, dann freilich, dann hab ich’s nicht mehr können!“

„Geschrieben hast du?“ erwiderte Bartel und schüttelte ungläubig den Kopf, „das versteh’ i dann nit. Wir haben keine Zeile von dir kriegt!“

„Das ist nit möglich!“

„Keine Zeile sag i dir. Na und da haben wir uns halt denkt, du willst von der Mariel und uns nix mehr wissen, und weil gerade der Oberleitner um sie angehalten und zeigt hat, daß er sich auch aus dem Kind nix draus macht, da hat halt die Mutter, besonders die Mutter, freilich ich auch, denn es hat mich geärgert von dir, da haben wir halt der Mariel zugeredet, na und sie hat ihn halt genommen, und so hat wenigstens ihr Kind gleich einen Vater gehabt.“

„Und hat sie ihn gern geheiratet, den Oberleitner?“ fragte ich zagend.

„Na, wenn ich schon ganz aufrichtig sein will,“ meinte Bartel, „ein bißl geweint hat sie schon. Aber jetzt ist sie ganz zufrieden. Mein Gott, bei die Weiberleut ist nix besonders tief. Wie mir der Oberleitner verraten hat, ist sogar schon wieder etwas Kleines im Anzug. Aber sag mir jetzt, wie geht’s denn dir und was bist denn du jetzt?“

„Ich, ein Bettler,“ entgegnete ich. Es stand mir nicht mehr dafür, jemanden meine Lage zu verbergen. Meine Schuld war’s nicht, daß es soweit mit mir gekommen war.

Bartel riß die Augen auf und drängte solange, bis ich ihm alles erzählte, wie es mir seit meinem Einrücken zum Militär gegangen war.