„Du, Heini, was für ein Narrenstückl meint er denn? Und tot hättest du dabei sein können?“
Ich versuchte abzulenken und erwiderte so obenhin:
„Ach, nichts ist’s. Ich bin nur ein wenig in den Felsen herumgeklettert und da hat mich vielleicht so ein Angstmeier gesehen.“
Sie hörte aber aus meinen Worten die Unwahrheit heraus und sanft, aber trotzdem eindringlich sagte sie: „Nein, nein, Heini, mich kannst du nit anlügen. Das bringst du nit zusammen. Es ist schon was dran an dem, was der Bartl gesagt hat.“ Und mit einem unwiderstehlichen Flehen in Stimme und Augen bat sie: „Sag mir’s, Heini! Oder willst du mir nichts mehr sagen?“
Da mußte ich denn beichten.
„Aber schau, Marieli,“ sagte ich und suchte die Sache so unverfänglich als möglich darzustellen, „es ist wirklich nichts dran. Auf den Blassenstein bin ich halt gestern gestiegen, und weil mir der Weg über die Alm zuviel aus der Hand gelegen war, bin ich halt vorn hinauf. Wenn man klettern kann und schwindelfrei ist, ist wirklich nichts dran.“
„Über die Wand bist du hinauf, Heini?“
„Aber ich sag’ dir ja: es ist nicht so arg!“
„O, das kann ich mir schon denken. Heini, versprich mir, das tust du nimmer. Schau, wenn dir was geschehen tät’!“
„Mir geschieht nichts. Und wenn’s wär’, mein Gott, einmal muß man ja sowieso sterben!“