Er rang nach Luft, konnte aber kein Wort mehr herausbringen, ein Knattern und Prasseln scholl aus seiner Brust, er begann zu husten und da quoll auch schon über seine Lippe ein dünner Streifen schaumigen Blutes. Leise aufächzend, mit verglasenden Augen sank er in sich zusammen.
Auf den gellenden Hilferuf, den ich in meinem wahnsinnigen Entsetzen unwillkürlich ausgestoßen hatte, stürzte aus dem Nebenzimmer die Schwester herbei. Nur einen Blick auf den Kranken, dessen Gesicht aschfahl geworden war, und sie sprang zur elektrischen Klingel.
In der nächsten Minute war schon der Arzt da. Er beugte sich über den Kranken, dessen Brust sich röchelnd in immer länger aussetzenden Stößen hob.
„Soll ich den hochwürdigen Herrn Kaplan rufen?“ fragte die Schwester.
„Es ist zu spät!“ entgegnete der Arzt leise und legte sein Ohr an die Brust des Sterbenden, während seine Finger sanft nach der Pulsader fühlten.
Die Schwester kniete nieder und begann mit leiser Stimme das apostolische Glaubensbekenntnis zu sprechen. Ich aber stand da, am ganzen Körper zitternd, und starrte nur in einem fort auf Oskars liebes, nun ganz still gewordenes Antlitz, über das sich allmählich bläuliche Schatten breiteten.
Und eben, als die Schwester die Worte sprach, mit denen sie ihr Gebet schloß: „Herr, gib ihm die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihm!“ da richtete sich der Arzt empor und über Oskars gebrochene Augen streichend, sprach er leise: „Es ist vorbei!“
In meiner Brust knäulte sich etwas zusammen, ich spürte an der Kehle einen ehernen Ring, der sie zusammenpreßte, daß ich nicht mehr atmen konnte, ich wollte schreien, konnte es aber nicht, vor meinen Augen begannen schwarze und feurige Ringe in wildem Wirbel zu kreisen und da brach ich neben dem Bette zusammen.
Nach einer Stunde führte mich der Arzt wie einen Trunkenen in die Anstalt.