Ich fühlte: nun ist die Stunde da und wirr begann ich zu reden: „Ja, Heri, ich mußte mit dir reden. Ich kann’s gar nicht länger ertragen. Ich hab dir’s nicht sagen wollen, aber ich muß. Sei mir nicht böse. Heri, ich bitte dich, sag mir’s aufrichtig, hast du mich noch lieb?“

Sie senkte den Kopf und atmete schwer, und dann antwortete sie leise: „Ich hab dich doch immer lieb gehabt, Heini.“

„Ob du mich jetzt noch lieb hast, weißt so, wie du damals gesagt hast, Heri, damals zu Hause im Park.“

Sie schwieg.

Da bat ich wieder und mit aufgehobenen Händen: „Heri, ich bitte dich, ich bitte dich um alles in der Welt, sag mir’s, aufrichtig und ehrlich: so wie damals?“

Und da kam es leise, leise von ihren Lippen: „Damals waren wir noch Kinder!“

Auf diese Worte war es mir, als drehe es mir das Herz zu einem Knäuel zusammen, eine Faust schloß sich würgend um meine Kehle und nur stöhnend konnte ich endlich hervorbringen: „Ich danke dir, Heri, – ich – ich gehe.“

Die Knie schlotterten mir, als ich aufstand, vor meinen Augen zuckten Flammen, ein Brausen war um mich, ein wildes Rauschen, und da wußte ich nicht mehr, was ich tat: ich schloß das erbebende Mädchen in meine Arme und meine glühenden und zuckenden Lippen suchten ihren Mund.

„Laß mich los, Heini, laß mich los!“ flehte sie flüsternd und suchte sich mir zu entwinden.