Als ich erwachte, beugte sich ein mildes, aber mir fremdes Antlitz über mich, das von den breiten weißen Flügeln der Haube der barmherzigen Schwestern umrahmt war.

Ich wollte mich aufrichten, fragen, doch sie drückte mich sanft in die Kissen zurück, indem sie sagte: „Bleiben Sie nur recht ruhig.“

„Wo bin ich denn?“ mußte ich doch fragen.

„Sie sind im Spital, denn sie waren sehr krank. Nun aber werden Sie bald gesund sein. Bleiben Sie nur schön liegen und regen Sie sich nicht auf.“

Dann führte sie mir einen Löffel mit einer kühlen, süßlichen Flüssigkeit zum Munde und ich versank in wohliges Hindämmern.

Dann stand einmal ein bärtiger Mann an meinem Bett und als ich ihn genauer ansah, erinnerte ich mich, daß ich ihn schon irgendwo und irgendeinmal gesehen haben mußte. Richtig: das war ja der Doktor, der am Sterbelager Oskars gestanden hatte. Und da fiel mir’s wieder ein, daß man mir ja gesagt habe, ich sei im Spital.

Wenn ich aber fragen wollte, bedeutete man mir, mich ja ganz ruhig zu verhalten, und da mußte ich auch folgen, ich mochte wollen oder nicht.

So kehrte ich langsam zum Leben zurück und dann kam auch der Tag, wo ich auf meine Fragen endlich Antwort erhielt. Ich war dem Tode nahe gewesen. Zu einem schweren Nervenleiden hatte sich auch noch eine Lungenentzündung gesellt und ich war von den Ärzten schon aufgegeben gewesen. Unerwartet sei dann aber eine Wendung zum Besseren eingetreten und da hatten auch die Ärzte wieder mit dem ganzen Aufgebot ihrer Kunst eingesetzt, und nun war ich gerettet.

Was es nun mit der Anstalt sei. Ob ich wieder weiterstudieren dürfe, fragte ich.