Ich mußte der Müllerin recht geben. Nachdem die Entlassungsförmlichkeiten abgetan waren, verließ ich mit den beiden Frauen das Spital.

Es war ein wunderschöner Junitag. Die Straßen lachten im Sonnenlicht, und da es noch zu früh zum Mittagessen war, schlug ich vor, durch den Park und in die Au zu gehen. Ich war so froh und glücklich, daß mir gar nicht auffiel, wie schweigsam die beiden Frauen waren.

Als wir eben in die Hauptallee des Parkes einbogen, kam uns ein Offizier mit einer jungen Dame am Arme entgegen.

Ich erkannte sie und wenn auch mein Herz erbebte, ich richtete mich stolz auf und grüßte kalt und gemessen. Der Offizier griff salutierend an die Mütze, Heri aber senkte das Antlitz und es war mir eine Genugtuung, sie erblassen zu sehen. Die Müllerin aber tat, als hätte sie Heri gar nicht erkannt, während Marieli erbleichend zu Boden sah.

Bald lag der Park hinter uns und wir schritten auf dem Promenadeweg durch die Au. Als wir bei der Bank angelangt waren, auf der ich vor Wochen mit der Mutter gesessen hatte, sagte ich dies den beiden Frauen.

„Nun dann setzen wir uns auch ein wenig hier nieder,“ meinte die Müllerin. „Ich bin beinahe ein bißchen müde.“

Wir ließen uns nieder und jetzt, nachdem wir wieder eine Weile gesessen hatten, ohne ein Wort zu reden, fiel mir die Schweigsamkeit der beiden Frauen auf. Das mußte seinen Grund haben. Und da fiel mir ein, daß man jedenfalls den wahren Grund meiner Erkrankung erfahren haben könne.

„Weiß die Mutter, was mir gefehlt hat?“ fragte ich, „und warum ich so krank geworden bin?“

„Ja, das Warum weiß sie. Das ist ja in dem Brief gestanden, den der Direktor an sie geschrieben hat.“

„Was hat er denn geschrieben?“