Die Müllerin faßte meine Hand und sagte: „Mein lieber Heini, wozu willst du das wissen! Wir da und auch deine Mutter, wir haben es ja so nit geglaubt. Wir glauben dir und wir wissen auch, daß nur die die Schuld hat, die uns zuvor begegnet ist. Wenn wir dir nit glauben täten, Heini, so wären ich und die Marieli nit da.“

In mir krampfte sich das Herz zusammen. „So haben sie mich also sogar bei meiner Mutter verleumdet!“

„Sie hat’s nit geglaubt. Heini, sie hat’s nit geglaubt.“

„Was hat sie denn gesagt?“ bat ich.

„Sie hat nit viel gesagt, Heini, ‚Mein Heini ist unschuldig‘, – sonst hat sie nichts gesagt.“

„Gar nichts sonst?“

„Nein, Heini, gar nichts sonst,“ erwiderte die Müllerin leise und dabei rollten ihr große Tränen aus den Augen.

Was hatten diese Tränen zu bedeuten? Warum sah mich Marieli so seltsam an? Ein Gedanke stieg in mir auf und wuchs augenblicklich zur Gewißheit an. Ich sprang auf und rief angstvoll, heimlich aber doch ein tröstende Antwort erwartend: „Die Mutter ist – –“

Flehend hob ich die Hände, als könnte ich mir eine gute Nachricht erbitten, nicht die, die ich befürchtete.

Doch die Müllerin nickte nur und während sie mich neben sich auf die Bank niederzog, sagte sie: „Ja, Heini, es ist so. Deine Mutter ist heimgegangen zu deinem Vater.“