Marie saß an meiner Seite, von meinem Arm umschlungen, das blonde Haupt an meine Schulter gelehnt. Hand ruhte in Hand. Wir sprachen nicht; wir brauchten keine Worte, um glücklich zu sein. Eins neben dem andern zu fühlen, genügte uns vollkommen.
Endlich aber sagte Marie doch und die Worte fielen langsam, verträumt von ihren Lippen: „Ein Monat noch.“
„Red’ nicht davon,“ bat ich und zog sie inniger an mich.
„Ich will ja nicht davon reden, aber es fällt mir halt immer wieder ein. Und Heini, ich kann mir’s halt nit denken, daß ich dich nicht mehr haben soll. Und mir ist auch –“
Sie unterbrach sich selbst und als ich meinen Mund auf ihre Augen drückte, fühlte ich auf meinen Lippen warmes Naß.
„Geh, Marieli,“ suchte ich sie zu begütigen, „geh tu nicht weinen. Sag mir’s, du hast was sagen wollen!“
Sie wollte eine Zeitlang nicht mit der Farbe heraus, dann aber sagte sie es doch, was ihr das Herz so schwer machte: „Mußt nit bös sein, Heini, mir ist halt, als könnten wir zwei, wenn du in einem Monat fortgehst, nicht mehr zusammenkommen.“
Es lag so etwas Ahnungsvolles in diesen Worten, daß sie mich tatsächlich in tiefster Seele trafen.
„Wie kommst du auf solche Gedanken, Marieli,“ sagte ich, „weißt du, wie schwer du mir damit das Fortgehen machst?“