»Sie sind nicht nur der älteste Beamte im Couponbureau, mein lieber Stehkragen, sondern wir haben zu Ihnen auch besonderes Vertrauen. Und außerdem haben wir auch bei Ihnen die bestimmte Gewißheit, daß Sie dauernd militäruntauglich sind und uns nicht eines Tages weggeholt werden!«

Benno zuckte schmerzlich zusammen.

Die Aussicht, Bureauchef zu werden, bedeutete ihm eine freudige Überraschung, allein die Begründung demütigte ihn aufs empfindlichste.

»Und außerdem«, fuhr Direktor Hermann fort, während ein Lächeln sein Gesicht überzog, »hat mir Fräulein Böhle, die ja längere Zeit mit Ihnen im selben Bureau gearbeitet hat, so viel Gutes von Ihnen erzählt, daß ich mich freue, Sie in eine höhere Stelle aufrücken lassen zu können.«

»Nein!« schrie Benno auf. »Nein, nein! Ich will die Stelle nicht! Ich bin zu dumm dazu! Ich will nichts befehlen! Ich will nicht!«

Hermann sah ihn befremdet an.

»Hm!« meinte er nach einer Weile. »Hm! Sie scheinen mir doch andere Gründe zu haben, als Sie angeben, aber das ist Ihre Sache! Im übrigen scheint es mir jetzt beinahe selbst, als wären Sie viel zu nervös für so einen Posten! Sie können gehen!«

Zitternd vor Erregung kam Benno im Couponbureau an.

So tief schätzte sie ihn also ein, daß sie ihm hatte ein Gnadengeschenk zuschanzen wollen. O, wie erbärmlich tief war er gesunken, daß man ihm so etwas antun durfte!

Am Abend begegnete Martha ihm auf der Treppe.