Und in allen Telephondrähten wisperte es: »Verbinden Sie mich mit Fräulein Martha Böhle! Schnell, schnell! Es eilt!«

Als sie an das Uhrtürmchen kamen, raffte sich Benno auf und frug: »Fürchten Sie sich, mit mir durch die dunklen Anlagen zu gehen?«

»Fürchten?« lachte Martha. »Vor wem soll ich mich denn fürchten? Aber Sie müssen mir den Arm geben, daß ich über keinen Zaun fall’!«

Benno fühlte ihren weichen Arm sich in den seinen schmiegen, er wußte, jetzt kam der Augenblick, in dem er reden mußte, und brachte doch kein Wort hervor.

»Weshalb zittern Sie denn so?« frug Martha. »Wissen Sie, wir haben zu Hause bei meinen Eltern einen Dackel gehabt, der hat auch immer so gezittert. Peter hat er geheißen. Ein Spitzbub’ ersten Ranges.«

Und nun fing sie an von dem Dackel zu erzählen und sprudelte von Laune und Übermut.

»Und geradeso haben Sie vorhin gezittert, Herr Stehkragen!« schloß sie ihren Bericht.

Benno zog sanft seinen Arm aus dem ihren, blieb stehen und sagte schmerzlich: »Haben Sie noch nie einen Menschen so von ganzem Herzen lieb gehabt, Fräulein Böhle?«

Es durchzuckte Martha heiß. Sie hatte ihn sofort verstanden, und in maßlosem Erstaunen stammelte sie: »Ja lieben Sie mich denn?...«

Und nun, da er Martha so ernst sah, löste sich Bennos Zunge, und er fand glühende Worte der Leidenschaft, er redete sich alles vom Herzen, was er so lange unter Folterqualen mit sich herumgetragen hatte, und er bemerkte es gar nicht, daß Martha beharrlich schwieg und sich nur von Zeit zu Zeit wie zufällig mit dem Handrücken über die Augen fuhr.