Er rannte blindlings drauf los, instinktiv und aus alter Gewohnheit den richtigen Weg findend, sah nicht die Menschen, sah nicht die Häuser.

Und gerade wollte er in die Industriebank einbiegen, als plötzlich hinter ihm der Ruf erscholl: »Flieger!!«

»Flieger!« schrien hundert Stimmen durcheinander, und ehe Benno wußte, wie ihm geschah, war er von einem Menschenstrom in das Portal der Industriebank gerissen.

Er kam erst wieder halbwegs zur Besinnung, als er an einem Fenster des Couponbureaus allein stand und auf den Bahnhofsplatz hinausstarrte.

Da sah er einen verlassenen Wagen der Elektrischen breitspurig stehen, und seitlich vor dem Wagen stand ein Kind und wartete offenbar, daß der Wagen weiterfahren sollte, damit es die Schienen überschreiten könne.

Es war ein vornehm gekleidetes Kindchen, das wahrscheinlich bei dem Schreckensschrei »Flieger!« von der flüchtenden Gouvernante im Stich gelassen worden war.

Bennos Herz durchzuckte ein Schreck.

Er stürzte auf die Straße, das verlassene Kind zu retten.

Das lief, als es den mißgestalteten, wild gestikulierenden Menschen auf sich zueilen sah, laut schreiend in den nächsten Hausgang.

Benno hob wie in Verzückung die Hände zum Himmel, da hörte er hinter sich ein polterndes Geräusch. Er drehte sich um und wurde im selbem Augenblick von einem führerlosen Lastfuhrwerk erfaßt, das die Kaiserstraße heraufgerast kam.