Und Mayer bewunderte seinen eigenen Edelmut, daß er nicht den Nächstbesten umbrachte.

Wie hatte doch der alte Binder bei Marthas Eintritt in das Unternehmen gesagt?

»No, da sin Se ja gleich in de richtige Affe’stall komme!«

Etwas ruhiger ging es während dieses allgemeinen Tohuwabohus nur im Couponbureau zu.

Das war nicht zum wenigsten das Verdienst Wittmanns. Man konnte diesem Mann manches Böse nachsagen – er war ein rücksichtsloser Streber, ein roher Gewaltmensch und Grobian – aber niemand konnte ihm absprechen, daß er ein vorzüglicher Organisator, begabt mit einem Riesengedächtnis war, der unermüdlich arbeitete.

Was er in die Hand nahm, klappte. Mit Geschrei, Kränkungen, Ungerechtigkeiten – aber es klappte.

Es kam übrigens seit Marthas Versetzung in das Couponbureau nur noch selten zu Zusammenstößen zwischen Benno Stehkragen und Wittmann.

Wittmann wollte sich vor Martha keine Blöße geben.

Und Benno fühlte instinktiv, wer an dieser Veränderung die Schuld trug, und war Martha dankbar dafür. Denn wenn ihn auch die ordinären Anrempeleien Wittmanns nie sonderlich erregt hatten, sie waren ihm doch peinlich gewesen, wie alles Geräuschvolle.

»Sind Sie so weit, Herr Stehkragen?« frug Martha gegen fünf Uhr.