Oder ... oder ... Jede Frankfurter Mama kennt einen ganzen dicken Konversations-Lexikons-Band voll solcher »Oders« – eines immer katastrophaler als das andere.

Benno dachte daran, auf die Polizei zu gehen. Schließlich zog er es vor, wieder das Orakel des Delikatessengeschäftes zu befragen.

Und diesmal war die Pythia selbst anwesend und nicht der stellvertretende Hohepriester mit dem Pomadenscheitel und den Billige-Jakobs-Manieren.

Diese Pythia drückte sich weit eindeutiger aus als ihre berühmte delphische Kollegin.

»Wo die Käsbergers sin? Wo wer’n se sein? ’nausgeschmisse sein dhun se! Des wär’ merr des Rechte: de liewe lange Dag de Leut’ die Ohr’n vollorjele unn kaa Miet’ berappe! Nix wie enaus mit so’re Gesellschaft!«

Es war, als hätt’ der Himmel die Erde still geküßt – das nannte die Frau »die Ohr’n vollorgeln«!

Jetzt erfuhr Benno auch, daß Rita von Veldern nur ein Bühnenname sei, und daß die Rita (»No, ich will nix sage, awwer wann ich redde wollt’ ...!«) die Tochter Katharine des Schornsteinfegers Käsberger war.

Das alles war sehr niederschmetternd.

Und Benno kaufte in seiner Zerknirschung mehrere Pfund Stücksoda, zehn Büchsen Leipziger Allerlei und drei Bündel Knoblauch.

Mühsam raffte er sich zu der Frage auf, ob die gute Frau nicht wisse, wo die Käsbergers jetzt wohnten?