In hohe Gunst geriet er bei Papa Käsberger. Dieser erwies ihm die höchste Ehre, die er zu vergeben hatte: er nahm ihn mit in den Schornsteinfegerverein.
Benno fühlte sich sehr geschmeichelt. Da sich aber das Gespräch im Verein fast ausschließlich um die Qualität des Äpfelweins und des Magistrats drehte, wobei der Äpfelwein besser wegkam als der Magistrat, so ging Benno vorsichtig einer Wiederholung seines Gastspiels bei den »Lustigen Rauchfängern« aus dem Wege.
Etwas gespannter wurden mit der Zeit seine Beziehungen zu der gnädigen Frau Großmama.
Sie konnte noch so oft betonen, daß das Junggesellenleben doch unmöglich einen Mann auf die Dauer befriedigen könne, und daß ein kluger Mann niemals eine junge Schneegans, sondern nur ein gereiftes, erfahrenes Mädchen – »Rita, wie alt bist du eigentlich?« – heiraten würde. Benno gab ihr vollständig recht, aber er zog nicht die gewünschten Konsequenzen.
Großmama Käsberger fand infolgedessen, daß der Buckel Bennos in der letzten Zeit bedeutend gewachsen sei. Eigentlich sei der Buckel noch viel größer, als er von außen aussehe.
Und sie gewöhnte sich an, gar lieblos von Benno zu reden, und nannte ihn ihrer Tochter gegenüber mit Vorliebe: »Dein buckliger Judd.«
Katharine nahm alsdann Benno kräftig in Schutz. Sie hatte längst herausgefühlt, daß Benno ein guter Kerl war, und seine wohlwollende Bewunderung tat ihr wohl. Kam doch durch ihn wieder ein bißchen Wärme in ihr liebeleeres, verblühtes Dasein.
Und ähnlich ging es Benno selbst.
Er hegte für sie eine väterliche Freundschaft, er machte ihr kleine Geschenke, ja, er nahm sie sogar einmal mit in das koschere Restaurant.
»Derf merr gratuliere?« hatte am nächsten Tag der stoppelbärtige Joseph gefragt. »Wieviel krieht se dann mit?«