Auf der fünfzehnten Stufe versagte der Fünfminutenbrenner, und Frau Petterich schrie, indem sie einen neuen in Brand setzte: »Jetz verbrenn’ ich merr aach noch wege Ihne die Pfote!«
Unheilvoll schweigend legte sie den Rest der Treppe zurück, unheilvoll schweigend zündete sie ihm seine Petroleumlampe an. Sie hatte noch einige kräftige Worte auf der Zunge – ach, es war ja so lange her, daß sie keine Gardinenpredigt mehr hatte halten können – aber als sie Bennos klägliche Miene sah, überkam sie wieder das Mitleid.
»Sie wer’n immer reifer zum Heierate: sogar unbünktlich haamkomme dhun Se schonn! No, die Käsbergerin werd Ihne schonn ziehe!« sagte sie und verabschiedete sich mit einem energischen »Gu’n Nacht, Herr Nachtschwärmer!«
Benno hörte sie in ihrem Zimmer noch eine kurze Weile rumoren, vernahm noch ihre Worte: »Schlaf nor, Marieche, es war nor der Herr Käsberger« – dann ward es stille.
Wenige Minuten später lag er selbst im Bett. Aber er konnte nicht einschlafen.
Er wälzte sich auf die rechte Seite, starrte in das Licht der Petroleumlampe und stöhnte: »Ich lieb’ se, ich lieb’ se, ich bin verrückt, es hat noch nie einen so meschuggenen Menschen gegeben wie mich – aber ich lieb’ se!
Und ich muß es ihr sagen.
Aber wie? Ich kann ihr doch nicht im Bureau eine Liebeserklärung machen? Ich kann doch nicht mitten auf der Kaiserstraß’ vor sie hinknien und einen Volksauflauf verursachen?
Soll ich vielleicht einmal mit ihr ins Kino gehen? Und wenn’s dunkel wird, und auf der Leinwand küßt sich gerade ein Liebespaar – es wird nirgends auf der Welt so viel geküßt wie auf einer Kinoleinwand – , dann nehm’ ich sacht ihr Händchen und streichel’s und flüstre – ja, wenn ich nur wüßt’, was man bei solchen Gelegenheiten flüstert!«
Er wälzte sich auf die linke Seite.