Bindegersts Hände waren jetzt öfters #unter# als #über# der Drechslerbank. Und die Affenköpfe seiner Spazierstöcke nahmen immer seltsamere Formen an. Die Glasaugen saßen jetzt mitunter an Stellen, an denen ein Naturforscher weit eher die Ohren vermutet hätte, und sein letztes Meisterwerk besaß sogar wie weiland Polyphem nur ein einziges Auge mitten auf der Stirn.
Für solche Mißgeburten von Spazierstöcken fanden sich begreiflicherweise wenig Käufer, und dies war der Grund, weshalb sich Bindegerst plötzlich für Adolfs Sparkassenbuch zu interessieren begann.
Schon beim Abendessen hatte Bindegerst mit Adolf zu fußeln angefangen. Nicht zärtlich und kosend, sondern mit Offenbächer Derbheit. Er trat ihm wider das Schienbein, daß sein Schwiegersohn sämtliche Engel im Himmel und sämtliche Teufel in der Hölle gleichzeitig fortissimo singen hörte.
Und als Katharina einen Augenblick hinausgegangen war, um eine neue Schüssel Kartoffeln zu holen, flüsterte er geschwind: »Adolf, komm nachher emal enuff in die Dachstubb, ich habb mit Derr zu redde!«
Währen Katharina das Geschirr abspülte, schlich Adolf hinauf.
»Was is dann, Vadder?«
»Hock dich emal uffs Bett! Da sitzstde weich unn fällst net so leicht um!«
Es wurde Adolf unbehaglich. Was konnte sein Schwiegervater von ihm wollen? Bindegerst machte ein so feierliches Gesicht. Sicherlich hatte er keine erfreuliche Mitteilung in Bereitschaft.
»Wannstde Dich vielleicht erst emal stärke willst?« frug der Alte und hielt ihm die Schnapsflasche hin.
»Ich sauf kaan Schnaps, Vadder!«