»Weilsde net waaßt, was gut is! Schnaps is gut for die Cholera, secht e ahl Sprichwort. Ich will net draa schuld sei', wann e neu Epidemie ausbricht!«
Er hob die Flasche und labte sich. Wischte sich den Mund und zog aus der rechten Hosentasche ein zerknittertes Papier.
»Hockstde gut? — Dann les emal!«
Adolf entfaltete den Wisch, strich ihn glatt und las.
Es war eine gerichtliche Vorladung. Gast & Co. gegen Konrad Bindegerst wegen Forderung.
»E Gemeinheit!« erwiderte Bindegerst Adolfs fragenden Blick. »Des ganz menschlich Lewe is e Gemeinheit! Wege lumbige dreidausendfimfhunnert Mark verklagt aan die Lumbegesellschaft! Da gibbts Barone, die hawwe e Milljon Schulde unn kaa Mensch verklagt se! Awwer der Middelstand, der muß ja immer draa glaawe! Uff uns solide Berjersleut, da reit' ja der Staat erum wie e dressierter Aff uff'me Kamel!«
Und er hielt eine lange Entrüstungsrede über die unerhörten Zustände, die nach seiner Ansicht in Mitteleuropa, und zwar #nur# in Mitteleuropa herrschten.
»Ja, Vadder, bistde dann des viele Geld #schuldig#?«
»#Nadierlich# bin ich's schuldig! Maanstde, die verklage mich aus Jux?
Merr hawwe doch kaa Fastnacht! Freilich bin ich's ihne schuldig, dere
Saubagasch! For Holzlieferunge!«
»Dann mußtde's aach zahle!« entschied Adolf.