Bindegerst beguckte ihn spöttisch. »Merr könnt glaawe, Du hättst studiert! Du reddst wie e Amtsrichter! Awwer zahl emal, wannsde kaa Geld hast! Kann ich hexe? Hokuspokus, da is e Milljard? Kann ich merr Goldsticker aus der Nos ziehe, odder Dausendmarkschei aus 'me ahle Zylinner? — Ich habb 'n Dalles, den könnt merr for Geld gucke lasse! Pleite bin ich! Unn da verklagt mich die Saubande uff so en Haufe Geld! Kaum zwaa Jahr bin ich'r des bissi Geld schuldig, kaum siwwe Mal hawwe se mich gemahnt, unn gleich wern se so ricksichtslos!«
Adolf dachte nach. Das war ja eine schöne Überraschung. Er hatte seinen Schwiegervater nie reich geschätzt, er hatte nie auf eine Erbschaft spekuliert, aber er hatte es als Selbstverständlichkeit betrachtet, daß die Drechslerei gut ging und ihren Mann ernährte. Nie hatte er wahrgenommen, daß seinen Schwiegervater Schulden bedrückten, — und nun plötzlich diese Eröffnung.
»Ja, wie is dann des nor meeglich?« stotterte er.
»Bei Gott is kaa Ding unmeeglich!« gab Bindegerst mit Würde zurück.
»Schuldemache is e ganz aafach Sach: du braachst bloß nix zu bezähle!
Des annner kimmt dann ganz von selwer!«
Es entstand eine Pause.
Der Alte beobachtete seinen Schwiegersohn mit verschmitzten, lauernden
Augen. »Wart nor,« dachte er, »wart nor, ich krieh Dich schonn draa!«
»Waaß es des Kättche?« frug Adolf nach einer Weile.
»Kaan Dunst! Dhät se sonst so ruhig des Gescherr spüle? En Schlagaafall dhät se kriehe, — des haaßt: #sie# krieht de Aafall, unn #mir# kriehe die Schläg! Nix waaß se, unn se #derf# aach nix wisse!«
»Naa, se derf nix wisse!« echote Adolf. Er hatte es sich zur Pflicht gemacht, alle Unannehmlichkeiten, alle Aufregungen von Käthchen fernzuhalten.
Bindegerst schmunzelte. Das Gespräch nahm ganz die Wendung, die er ihm zu geben beabsichtigt hatte.