»Vielleicht geht se mit'm Vadder 'rei?« dachte er. »Ich dhät's zwar gern selwer gucke, awwer dem ahle Bindegerst mecht's sicher noch viel mehr Spaß wie mir! — Dheader, — Gott, wie lang bin ich in kaam Dheader mehr gewese! Ich kann doch'm Kättche werklich gar nix biete! Annern Madamme, die hocke jed' Woch e baar Mal im Dheader unn kenne die Sänger unn Schauspieler schonn von weitem an der Nos. Ja, 's is doch was Scheenes um die Bildung! — Ich freu mich uff'm Kättche sei Gesicht!«
Aber diese Freude war verfrüht.
»Ich geh in kaa Dheader!« fauchte Katharina. »Ich habb dahaam Dheader genuch! Mich indressiert der Stuß net!«
So benutzten denn Adolf und Bindegerst die Karten.
Bindegerst machte sich hochfein. Er schien sich den König David zum Vorbild genommen zu haben, von dem zweimal geschrieben steht »und sie salbten ihm das Haupt«, er ließ sich von Herrn Hippenstiel eine geradezu feudale Frisur zurechtkleben, zog den schwarzen Gehrock an und tanzte reichlich eine halbe Stunde vor dem Spiegel, ehe er mit sich zufrieden war.
»Der Widerspenstigen Zähmung« wurde gegeben.
»Des muß in Amerika spiele,« sagte Bindegerst beim Lesen des
Theaterzettels. »Nor in Amerika hawwe die Leut so verrickte Name'!
Vincentio, Lucentio, Petruchio, — so haaßt in ganz Offebach kaa
Mensch!«
Plötzlich fing er an zu lachen. »Da, les emal: Katharina, die Widerspenstige, Baptistas Tochter. Gut, daß merr's Kättche dahaam gelasse hawwe! Die hätt sich am End' noch bedroffe gefiehlt! — Du, ich bin neugierig, ob die mit #unserm# Kättche konkurriern kann?«
Auch Adolf mußte lächeln.
»Adolf, des is sicher e lehrreich Stick! Adolf, da haaßt's die Ohrn spitze! Des hat sicher e #Verheierater# geschriwwe!«