Und er fing laut an zu lachen und schnappte im Übermut mit dem Mund nach den Schneeflocken wie ein Fisch nach einem Brotbrocken.

Und die Telegraphendrähte summten: »Annerne Zuständ«, »Annerne Zuständ«, als würde dieses Ereignis in der ganzen Welt herumdepeschiert.

Eine Kirchturmuhr im nahen Oberrad schlug die zehnte Stunde. Der dumpfe
Klang weckte Adolf Borges aus seinen fröhlichen Träumereien.

»Wann ich so weider laaf, bin ich morje frieh in Afrika!« sagte er sich und machte kehrt.

Mit dem Erwachen aus seiner Seligkeit kam ihm auch die nächtliche Kälte zum Bewußtsein. Er fühlte, daß er nasse Füße hatte, und er rieb sich die roten Ohren. Eine Weile trabte er nun still und gesittet auf der Landstraße dahin, gewissermaßen schon umstrahlt von Vaterwürde.

Dann kam die Freude wieder zum Ausbruch. Er bückte sich, knetete
Schneeballen und eröffnete ein Bombardement auf Telegraphenpfosten und
Bäume.

»Wann ich treff,« sagte er sich beim ersten Schneeballwurf, »dann werd's e Bub! Geht's danewe, werd's e Mädche!«

Und beim zweiten Wurf probte er aus, ob die Haare blond oder schwarz, beim dritten, ob die Äuglein hell oder dunkel werden würden.

Einen blonden Buben mit blauen Augen verhieß ihm dieses Orakel, und er war damit sehr zufrieden.

Schneebedeckt und durchnäßt kam er nach Hause. Er schüttelte Mantel und Hut vor der Haustüre aus und trampelte sich den Schnee von den Stiefeln, um nicht Käthchens Zorn zu erregen.