Recht zärtlich wollte er seine Frau begrüßen und sie gleich befragen, ob
Vater Bindegersts Behauptung denn auch wirklich wahr sei?
Aber dazu kam er gar nicht, denn sobald er das Schlafzimmer betreten hatte, schrie ihn Katharina erbost an, wo er jetzt herkäme, und was das für eine neue Mode sei, mitten in der Nacht heimlich aus dem Haus zu laufen?
Einen ganz fürchterlichen Krach machte sie, wahrend dessen sich Adolf bekümmert auszog und niedergeschmettert ins Bett kroch. Katharina drehte ihm den Rücken zu, blies das Licht aus und schlief ein, ohne seinen zaghaften Gute-Nacht-Wunsch zu erwidern.
Ein gehöriger Schnupfen war das erste väterliche Opfer Adolfs.
Am nächsten Morgen beim Kaffee hielt er's nicht mehr aus, er mußte Gewißheit haben. Er hatte seine Frau genau beim Ankleiden beobachtet, aber er, der Unerfahrene, hatte sich kein Urteil bilden können. So blickte er denn, als sie am Frühstückstisch saßen, sein Weibchen recht innig an, beugte sich zu ihr hinüber und wisperte lächelnd: »Is es so weit, lieb Kättche?«
»Mit was?« schrillte es grob zurück. »Kannstde Dich net so ausdricke, daß Dich e vernimftiger Mensch versteht?!«
»Ich maan, lieb Kättche, … es kimmt merr so vor, als ob … als wie wann ebbes Klaanes unnerwegs wär!«
»Unn was weider?«
»Also is es so?« strahlte Adolf. »Is es so?«
Da stand Katharina ärgerlich auf. »Ich habb Derrsch doch schonn gesacht!
Frag net so dumm! Was is'n weider dabei!«