Katharina rümpfte verächtlich die Nase, wenn sie Brocken solcher
Gespräche aufschnappte. Sie schien sich nicht im mindesten auf das Kind
zu freuen, sie nahm ihre Schwangerschaft wie eine etwas lästige
Selbstverständlichkeit hin, über die Worte zu verlieren nicht lohnt.

Manchmal mußte sie sich, wenn sie das Essen auftrug, plötzlich mit leisem Stöhnen setzen. Neigte sich dann Adolf besorgt über sie, so knurrte sie böse: »Laß mich! Ich kann des dumm Gedhu net verdrage!«

»Kättche, merr wolle in der Kich' esse, dann braachstde des Esse net ereizudrage!«

»Unsinn! Ich bin net krank!«

»Kättche, willstde dich net e bissi umlege?«

»Mei Ruh will ich hawwe! Ich bin net so zimberlich unn faul wie gewisse annern Leut!«

Fühlte sie Adolfs zärtliche Blicke auf sich ruhen, so drehte sie ihm in spöttischer Verachtung den Rücken. Und einmal sagte sie wütend: »Jedz haww ich genuch von dem alwerne Erum-Gescherwenzel! Des is des erste unn letzte Kind, was ich krieh! Dadafor wer' ich schonn sorje!«

Adolf hatte eine Heidenangst vor der Entbindung. Immer wieder las er
»Das Geschlechtsleben des Menschen«, er erkundigte sich eingehend bei
Bindegerst, wie es denn seinerzeit zugegangen sei, als Katharina auf die
Welt kam.

Aber der konnte ihm nur die Auskunft geben: »Ich waaß es net, ich bin solang spaziere gange!«

Am fünften Mai wurde Adolf vormittags gegen zehn Uhr in das Privatkontor seiner Chefs gerufen.