»Naa, Herr Baldrian, des geht net! Ich habb kaa Zeit, ich muß haam bei's
Gustavche!«
Heinrich Baldrian sah ihn von der Seite an. Was sagte Adolf da?
Einige Minuten schritten sie schweigend nebeneinander.
Dann hub Herr Baldrian an: »Adolf, ich hab' heut Abend die kleine Szene zwischen Herrn Schröder und Ihnen beobachtet, — hm, wenn Sie vielleicht etwas Geld brauchen?«
Unwillkürlich blieb Adolf stehen. Er war leichenblaß geworden.
»Nun ja,« sagte Herr Baldrian, »ich geb's Ihnen gern. Wirklich. Und kein
Mensch wird's erfahrn. Mein Ehrenwort.«
Er hatte noch mehr sagen wollen, aber erschrocken hielt er inne.
Denn Adolf lehnte an einem Laternenpfahl, das Gesicht in den Händen bergend, und haltloses Weinen schüttelte seinen Körper.
»Aber Herr Borges, was ist Ihnen denn? Wenn ich das gewußt hätte… Ich wollt' Ihnen ja nicht weh tun…«
Da raffte sich Adolf wieder auf, richtete seine nassen, blauen Kinderaugen stumm auf den Begleiter. Und es war Herrn Baldrian, als hätte er noch nie in so dankbare, treue Augen geblickt.