Bim wartete nicht ab, bis sein Herrle dieses Rätsel gelöst hatte; er war aufs Bett gesprungen und bereitete sich auf ein Schlummerstündchen vor. Da nahm Herr Bröselmeier sein Dackerl auf den Arm und trug ihn, nebst Spaten und Soldatenmütze, die Treppe hinunter.
»Alsdann!« dachte Bim. »Wenn er mich trägt, lauf' ich mit!«
Ach, was sind Hoffnungen? Vor der Haustüre setzte Pepi den Hund auf den Boden, und nun ging es die Franz-Joseph-Straße hinunter, die Leopold-Straße, die Ludwig-Straße entlang. —
Bim stutzte zum zweiten Male. »Jetzt weiß das Herrle nicht mehr den Weg zum "Franziskaner"! Da hört sich doch alles auf! Er hat doch heut noch gar nix getrunken?«
Das Herrle war links abgebogen und pfiff und schrie: »Bim! Mit mir gehst! Bim! Ja, weshalb kommst dann nöt?«
Schließlich gab Bim als der Klügere nach und kam. Das hätte er nicht tun sollen, denn jetzt legte ihn Pepi Bröselmeier an die Leine.
Das ging nicht so leicht, wie es gesagt ist. Es war eine recht schwierige Aufgabe für den wohlbeleibten Herrn Pepi, sich bis zur Bimhöhe hinabzubeugen, und als er endlich unten angelangt war, hatte sich Bim herumgedreht — und man kann doch die Hundeleine nicht am Schwanz anknüpfen.
Aber schließlich war Bim angekettet und lief, mit sichtlichen Zeichen der Entrüstung, neben seinem Herrn her. An jeder Straßenecke blieb er stehen und gab seiner Verachtung Ausdruck.
Die Leute betrachteten schmunzelnd das Paar. Was wollte der Mann mit dem Spaten, der Soldatenmütze und dem Dackel? Aber Herr Pepi achtete nicht auf die Gaffer. Was lag dran, was die Leute (sprich »Gschwerl«) von ihm dachten, Leute, die wo nicht einmal eine Fülla (schreibe »Villa«) besaßen, viel weniger ein vierstöckiges Mietshaus mit Zentralheizung und Lift in Reparatur.
»Wissen möcht' i, wo er hi'geht?« dachte sich Bim. »Jetzt is scho bald elfi und dö Weißwürscht im "Franziskaner" wer'n kalt!«