Ein sanfter Wind fächelte von ihrer Stirne die Möwen, die ich die Mücken des Meeres nennen möchte.

Da hörten wir plötzlich, wie die Engländer auf dem Verdeck des Schiffes durcheinander schrieen, wie sie aufgeregt hin und her liefen, bis schneidende Kommandostimmen Ordnung in den Wirrwarr brachten.

Ein Mohammedaner stürzte auf uns zu und tobte: »Ein deutscher Kreuzer ist in Sicht! Wir sind alle verloren!«

»Hat er explodierende Metallfische bei sich?« erkundigte ich mich, aber er ließ sich keine Zeit, mir zu antworten. Er raste wieder die Treppe hinauf zu seinen Stammesgenossen.

Ich hörte, wie die Falltüre geschlossen wurde, die uns von dem Verdeck absperrte: wir waren wie in einem Käfig gefangen.

Ein Murren erhob sich, wilde Gedanken jagten sich in unseren Köpfen.

Doch ein Brahmane stimmte ein Gebet an, wir ließen unsere Stimmen mitklingen und unsere Wünsche drangen zu den Himmeln empor, hindurch durch die Falltüre und die Planken des Schiffes.

Wir Hindus flehten zu Schiwa, die Engländer flehten zu ihrem Gott, die Mohammedaner flehten zu Allah. Zu vielerlei Göttern, in vielerlei Sprachen schrie Menschennot nach Errettung, aber ich glaube, im Grunde war es ein und dasselbe Gebet.

Als ich mein Gebet verrichtet hatte, trat ich an eine der Fensterluken, stieß die anderen, die mir den Platz streitig machen wollten, mit den Ellenbogen kräftig zurück und schaute auf den Ozean hinaus.

Ein Rauchwölkchen stieg am Horizont auf, wuchs, kam näher, und es sah aus, als ob ein Schiff langsam aus den Wogen emporstiege: zuerst der Schornstein, dann das Deck, der Rumpf — und nun war das ganze Schiff sichtbar und lief auf uns zu mit der Schnelligkeit einer Ratte.