»Wann kommst du wieder, Sahib?«
»Morgen!« sagte ich. Und bekam für diese Antwort den zweiten Rippenstoß.
Und ich kam morgen wieder, und übermorgen, und beinahe täglich.
Freilich, das gewünschte Heilmittel durfte ich ihm nicht verschaffen, aber ich brachte ihm ein anderes, wohltuendes Heilmittel: Ablenkung. Ich hatte mich nach wenigen Tagen an sein Kauderwelsch gewöhnt, verstand ihn fließend und gewann mir dadurch sein Vertrauen.
Ja, ich brachte ihn im Laufe einer Woche so weit, daß er sich willig behandeln ließ, obwohl er für des Arztes Bemühungen nur ein verächtliches Lächeln übrig hatte.
»Es ist alles sinnlos,« behauptete er, »aber macht mit mir, was ihr wollt!«
Mitunter hatte er Stunden der tiefsten Niedergeschlagenheit. Dann flackerte ein wilder Haß gegen alle Weißen in ihm auf, — besonders gegen die Engländer.
Aber er hatte auch Stunden, in denen er lenksam war wie ein Kind.
Und eine solche Stunde benutzte ich zu der Bitte, mir seine Lebensgeschichte zu erzählen. Ich versprach ihm, sie wörtlich aufzuschreiben.
Wider alles Erwarten sagte er nach kurzem Besinnen zu.