Beim Einzug Jubel, Jauchzen, Tücherschwenken — bei der Abfahrt weinende Frauen, jammernde Kinder, Gesang, der wie Schluchzen klang.
Wir Hindus verstanden diese Traurigkeit nicht. Hatten die Weißen keine klugen Väter, die sie lehrten, wie mich der meine: »Lerne lachen, wenn es dir weh ums Herz ist, und lerne weinen, wenn du vor Heiterkeit tanzen möchtest!«
Oder glauben diese törichten Weißen, durch Tränen das Schicksal in seinen Entschlüssen wankend machen zu können? Das Schicksal hat lange vor deiner Geburt dein Leben in allen Einzelheiten vorausbestimmt, und es hat dir einen kostbaren Talisman gegeben gegen alle trüben Erlebnisse: die Gleichgültigkeit. Die Weißen halten sich für zu wichtige Wesen.
Ich hatte gedacht, wir würden wieder in das Schiff verladen werden, aber diesmal wurden wir in Eisenbahnwagen verpackt. Man sollte es gar nicht glauben, wieviel Menschen in so einen Eisenbahnwagen hineingehen. Hatten wir uns in dem Schiffsbauch gefühlt wie die Heringe in einer Tonne, so glichen wir jetzt eher dem Sekt in einer Flasche, und wenn jemand unvermutet die Wagentüre geöffnet hätte, wären wir mit einem lauten Knall herausgequollen, wie der Sekt aus der entkorkten Flasche.
Viele Wagen zählte der Zug, und es fuhren außer uns Hindus noch mit: Franzosen, Engländer und die häßlichen Neger.
»Wohin fahren wir, Herr?« frug ich einen Sergeanten.
»Ich weiß es nicht!«
»Werden wir viele Tage unterwegs sein?«
»Ich weiß es nicht!«
Da wandte ich ihm den Rücken und sagte zu meinen Beinen »Gute Nacht«, denn sie fingen an einzuschlafen.