»Dieses Glück glänzt dem ehrwürdigen Kosiyo, weil er früher Gutes gethan. Die Menschen sagen ja, wenn sie irgend etwas Entzückendes sehn: ›Ach das glänzt wie bei den Dreiunddreißig Göttern!‹ Dieses Glück glänzt dem ehrwürdigen Kosiyo, weil er früher Gutes gethan.«

Da kam dem ehrwürdigen Mahāmoggallāno der Gedanke: ›Allzu leicht lebt wohl dieser Geist dahin; wie, wenn ich ihn nun erschütterte?‹ Da ließ nun der ehrwürdige Mahāmoggallāno eine magische Erscheinung von solcher Art erscheinen, als ob er mit der großen Zehe das Siegesbanner-Schloss zum Wanken, zum Beben, zum Erzittern brächte. {254} Da wurden Sakko, der Götter König, und Vessavaṇo, der Große Herrscher, und die Dreiunddreißig Götter durch den außerordentlichen, wunderbaren Vorgang im Innersten getroffen: ›Ach wie erstaunlich, wie doch so wunderbar ist des Asketen hohe Macht, hohe Gewalt! Sogar Himmelspaläste kann er da mit der großen Zehe zum Wanken, zum Beben, zum Erzittern bringen!‹ Als nun der ehrwürdige Mahāmoggallāno Sakko, den König der Götter, erschüttert und gesträubten Haares dastehn sah, sprach er also zu ihm:

»Auf welche Weise hat dir denn, Kosiyo, der Erhabene die Erlösung durch Versiegung des Durstes kurz dargelegt? Gut wär’ es, wenn auch wir dieser Rede theilhaftig würden und sie hörten.«

»Ich hatte mich, würdiger Moggallāno, zum Erhabenen begeben, den Erhabenen ehrerbietig begrüßt und seitwärts hingestellt. Seitwärts stehend sprach ich nun, würdiger Moggallāno, zum Erhabenen also: ›Inwiefern ist wohl, o Herr, ein Mönch, kurz gesagt, durch Versiegung des Durstes erlöst, durchaus gefeit, durchaus gesichert, durchaus geheiligt, durchaus vollendet, Höchster der Götter und Menschen?‹ — Hierauf, würdiger Moggallāno, erwiderte mir der Erhabene: ›Da hat, König der Götter, ein Mönch gehört: ‚Kein Ding ist der Mühe werth.‘ Wenn der Mönch, König der Götter, dies gehört hat ‚Kein Ding ist der Mühe werth‘, so betrachtet er jedes Ding; und wenn er jedes Ding betrachtet hat, durchschaut er jedes Ding; und wenn er jedes Ding durchschaut hat und nun irgend ein Gefühl empfindet, ein freudiges oder leidiges oder weder freudig noch leidiges, so beobachtet er bei diesen Gefühlen die Gesetze der Vergänglichkeit, der Aufhebung, der Auflösung, der Entäußerung; und indem er bei diesen Gefühlen die Gesetze der Vergänglichkeit, der Aufhebung, der Auflösung, der Entäußerung beobachtet, hangt er nirgend in der Welt an; ohne anzuhangen wird er nicht erschüttert, unerschütterlich gelangt er eben bei sich selbst zur Erlöschung: ‚Versiegt ist die Geburt, vollendet das Asketenthum, gewirkt das Werk, nicht mehr ist diese Welt‘ versteht er da. Insofern, König der Götter, ist ein Mönch, kurz gesagt, durch Versiegung des Durstes erlöst, durchaus gefeit, durchaus gesichert, durchaus geheiligt, durchaus vollendet, Höchster der Götter und Menschen.‹ Auf solche Weise hat mir, würdiger Moggallāno, der Erhabene die Erlösung durch Versiegung des Durstes kurz dargelegt.«

Da war nun der ehrwürdige Mahāmoggallāno durch Sakkos, des Götterkönigs, {255} Rede erfreut und befriedigt. Und so schnell wie etwa ein kräftiger Mann den eingezogenen Arm ausstrecken oder den ausgestreckten Arm einziehn mag, verschwand er da von den Dreiunddreißig Göttern und erschien auf der Terrasse Mutter Migāros im Osthain.

Da nun sagten die Trabanten des Götterkönigs Sakko, kurz nachdem sich der ehrwürdige Mahāmoggallāno entfernt hatte, zu Sakko dem König der Götter:

»Der bei dir war, Würdiger, das war wohl Er, der Erhabene, der Meister?«

»Nein, ihr Würdigen, nicht Er, der Erhabene, der Meister war bei mir, sondern ein Jünger, der ehrwürdige Mahāmoggallāno.«

»Heil dir, Würdiger, der du einen Jünger von so hoher Macht, von so hoher Gewalt kennst: ach, wie mag dir erst Er, der Erhabene, der Meister erschienen sein!«

Da begab sich nun der ehrwürdige Mahāmoggallāno zum Erhabenen, begrüßte den Erhabenen ehrerbietig und setzte sich zur Seite hin. Zur Seite sitzend wandte sich nun der ehrwürdige Mahāmoggallāno an den Erhabenen: