{360} »Unser eigener Lehrsatz, o Herr, der lautet: ›Es giebt ein vollkommenes Wohlsein, es giebt einen deutlich bezeichneten Pfad, um das vollkommene Wohlsein zu erreichen‹: und da sind wir, o Herr, vom Erhabenen über unseren eigenen Lehrsatz befragt, ausgeforscht, unterrichtet, hohl und leer und eitel befunden worden. Wie nun, o Herr: giebt es ein vollkommenes Wohlsein, giebt es einen deutlich bezeichneten Pfad, um das vollkommene Wohlsein zu erreichen?«

»Es giebt, Udāyī, ein vollkommenes Wohlsein, es giebt einen deutlich bezeichneten Pfad, um das vollkommene Wohlsein zu erreichen.«

»Und was ist das, o Herr, für ein deutlich bezeichneter Pfad, um das vollkommene Wohlsein zu erreichen?«

»Da weilt, Udāyī, ein Mönch, gar fern von Begierden, fern von unheilsamen Dingen, in sinnend gedenkender ruhegeborener säliger Heiterkeit, in der Weihe der ersten Schauung. Nach Vollendung des Sinnens und Gedenkens gewinnt er die innere Meeresstille, die Einheit des Gemüthes, die von sinnen, von gedenken freie, in der Einigung geborene sälige Heiterkeit, die Weihe der zweiten Schauung. In heiterer Ruhe verweilt er gleichmüthig, einsichtig, klar bewusst, ein Glück empfindet er im Körper, von dem die Heiligen sagen: ›Der gleichmüthig Einsichtige lebt beglückt‹; so gewinnt er die Weihe der dritten Schauung. Das ist, Udāyī, der deutlich bezeichnete Pfad, um das vollkommene Wohlsein zu erreichen.«

»Wie kann das, o Herr, der deutlich bezeichnete Pfad sein, um das vollkommene Wohlsein zu erreichen? Erreicht hat man ja da schon, o Herr, vollkommenes Wohlsein!«

»Nicht hat man, Udāyī, da schon vollkommenes Wohlsein erreicht: der deutlich bezeichnete Pfad ist es nur, um das vollkommene Wohlsein zu erreichen.«

Auf diese Worte brachen die Jünger Sakuludāyī des Pilgers in lebhafte Rufe aus, in lauten Lärm, in großen Lärm:

»So haben wir unsere Lehrsätze verloren, so haben wir unsere Lehrsätze wiedergefunden![127] {361} Darüber hinaus begreifen wir nichts Höheres mehr.«

Und Sakuludāyī der Pilger beschwichtigte sie und sprach dann also zum Erhabenen:

»Inwiefern hat man nun, o Herr, vollkommenes Wohlsein erreicht?«