»Herr von Lüttow hat mit Ihnen gesprochen,« sagte sie dann hart und scharf.

»Ja.«

»Er hat Ihnen unser Zusammentreffen auf dem Maskenballe erzählt?«

»Ich fand ihn am Neujahrsmorgen in meiner Wohnung als einen Verstörten; es war natürlich, daß ich Aufklärungen von ihm forderte, und daß er sie gab.«

»Er kann Ihnen nicht gesagt haben, warum ich in sein Begehren einwilligte und ihm die Unterredung gestattete. Ihre Freundschaft für mich war in Theaterkreisen bekannt geworden; ich verhehlte meine Achtung, meine Dankbarkeit nicht, und da ich entschlossen war, Ihre Hand anzunehmen, wollte ich dem Gerücht zuvorkommen und Herrn von Lüttow selbst meine Absicht ankündigen –«

»Und sich dem Ausbruche seines Jähzornes aussetzen?«

»Lieber mich als Sie!« Sie stand während des ganzen Gesprächs, hochaufgerichtet, mit finsterem Gesicht, wie zur Abwehr eines Angriffes bereit.

»Liebe Elsa,« bat ich, »beruhigen Sie sich. Lüttow bereut seine Heftigkeit, seine Eifersucht – er ist mehr ein Unglücklicher als ein Schuldiger.«

»So sprechen Sie, weil Sie ihn nicht kennen.«

»Nein, gerade weil ich einen Einblick in sein Herz gethan zu haben glaube. In seinem Schmerz war er aufrichtig und verringerte weder noch entschuldigte er seine Wildheit; er liebt Sie.«