»Danke für die Mittheilung« – rückte am Hute und war in drei Schritten an der Thür. Wie er sie öffnete, schaute er sich noch einmal nach mir um. Wollte er mich mit seinen scharfen Blicken durchbohren oder sich lustig über mich machen? Zur Klarheit darüber konnte ich nicht kommen, denn Bastian, der es aufgegeben hatte, die Augen seiner Dominosteine zum dritten Male zu zählen, fragte mich mit einem merkwürdig gedehnten Ton:

»Kennen Sie den Herrn?«

»Seinen Namen und seinen Bart. Wir haben uns neulich in einem Krankenzimmer getroffen. Sie aber scheinen mehr von ihm zu wissen, Werthester?«

»Nichts als die Geschichte, die man in der Gesellschaft von ihm erzählt.«

»Männer- oder Frauenverleumdung?«

»Bewahre, eine Thatsache. Er hat einen seiner Freunde, die einen behaupten: seinen besten, im Zweikampf erschossen, seine Festungshaft abgesessen und treibt sich nun in der Hauptstadt herum.«

»Seit längerer Zeit?«

»Weiß ich nicht; hier im Saale habe ich ihn einige Male gesehen. Mir fiel auch nur auf, daß Sie mit ihm sprachen, Herr Collega.«

»Ist dabei etwas Verwunderliches?«

»Hm! Nichts für ungut, Bester; Sie sind ein Spiritualist, nicht frei vom Unsterblichkeitswahn – vermuthe sogar, daß Sie den Ahnungen, Träumen, der Seelenwanderung gewisse Rechte in Ihren Urtheilen und Vorstellungen einräumen, und erstaunte darum, daß Sie an jenem Manne nicht den Blutgeruch gewittert.«