Und nicht nur dies. Er scheuchte auch davon den Aerger,
So ihnen der entkomm’ne Hirsch gemacht.
Es füllte Elsbeth fleißig drum die Gläser
Und, als dem Fräulein sie eins dargebracht,
Ließ die sich schnell von ihrem Wort bewegen,
Das pelzverbrämte Schäublein abzulegen.
Indessen noch die Herrn am Weine sich erlabten,
Belegte sie dann für den schönen Gast
Am Tisch den Ehrenplatz zu ihrer Rechten,
Mit Glas und Teller, wie’s dem Fräulein paßt;
Gleich drauf kam Mechtild, um ihr anzusagen,
Daß für die Gäste schon sie aufgetragen.
Fromm kreuzte Elsbeth einen Augenblick die Hände,
Eh’ sie die Gäste hin zum Tische bat,
Auf dem ein Schweinebraten duftend dampfte,
Den rings umkränzte köstlicher Salat.
Nun ließen diese sich nicht lange bitten,
Bis sie vergnüglich zu der Tafel schritten.
Nur Benno fehlte; er war noch zu Thal gegangen,
Wo spät ein kranker Bauer ihn begehrt’.
Den letzten Wegtrost sollt’ er diesem spenden
Zu jener Reise, von der Niemand kehrt.
Es hatte zwar, das Jägermahl zu theilen,
Der Kaplan gern versprochen, sich zu eilen.
Der liebste Gast am Tisch ist der, so sich’s läßt schmecken,
Und hungrig denkt kein Waidmann auszuruhn;
Mit Krug und Schüssel alle zu bedienen,
Gab Kunz und Mechtild heute viel zu thun;
Doch dafür rühmten auch die Herrn das Essen
Und blieb der Heurige nicht unvergessen.
Er gährte noch; sein süßlich-herbes Prickeln übte
Als Sauser über Alt und Jung Gewalt;
Sie nippten, schlürften, schnalzten mit der Zunge,
Froh prüfend seinen geistigen Gehalt.
Ein köstlich Ding ist doch der Saft der Reben,
Wenn Gott dem Weinstock recht Gedeihn gegeben.
Vergnüglich hob der alte Wasserstelz sein Gläslein
Und trank auf seines Nachbars Gastfreiheit.
Herr Heinz bedankte sich und bat bescheiden,
Vorlieb zu nehmen mit der Kleinigkeit,
Die sie den werthen Gästen heute wagen,
In Krug und Schüssel freundlich aufzutragen.
Drauf hob der Junker seins und zwar zum Wohl der Frauen,
Auf ihre Zucht und nimmermüden Fleiß,
Mit welchen sie der Männer Dasein schmücken
Und rastlos wirken zu des Hauses Preis.
Ein „Heilo ihnen!” scholl aus aller Munde,
Derweil die Gläser klangen in der Runde;
Jetzt, während Adelgunde noch darüber nachsann,
Wem zunächst wohl Herr Kuonrads Sprüchlein galt,
Hob Elsbeth auch das Gläslein, bat den Junker,
Indeß ihr lieblich Antlitz sich bemalt
Mit tiefen Gluthen auf den Sammetwangen,
Den Dank für’s schöne Sprüchlein zu empfangen.
Ihr war es klar gewesen, wem sein Spruch gegolten,
Und nun verschwand schnell die Befangenheit,
So sie, als Adelgunde kam, beschlichen,
Wie einst in Zurzach bei der Festmahlzeit;
Doch dafür zeigten jetzt des Fräuleins Mienen,
Daß wohl auch dieser etwas klar erschienen.