„Trotz beider Flehen mußte Else Jochen holen.
Ich übergab die Streitenden dem Knecht
Mit dem Befehlicht, sie im Loch zu halten,
Bis sie entschieden hätten, wer im Recht. —
Am nächsten Morgen saßen Beid’ in Frieden
Und waren gute Freunde, als sie schieden...”
Ein dröhnend Lachen hallte, als der Vogt geendet,
Aus aller Munde durch den weiten Saal,
Indeß Herr Heinz dem Knechte schmunzelnd winkte
Und, als der nahgekommen, ihm befahl,
Nun wieder munter seines Amts zu pflegen,
Da er noch Durst verspür’ nach Rebensegen.
In heitrer Tafelrunde saßen sie zusammen
Und Frohsinn waltete im kleinen Kreis,
Denn viel der Stücklein gab Herr Heinz zum besten,
Die er gar launig zu erzählen weiß;
Inzwischen kam, der Herren Durst zu wehren,
Der „Neue” immer mehr und mehr zu Ehren.
Bald aber hielt es Elsbeth an der rechten Stunde,
Daß sie dem Vater von dem Spielmann sagt,
Der in der Thurmthorhalle längst schon harrte,
Ob der Gesellschaft nicht ein Lied behagt.
Da ging es nicht lang, ward dem Knecht befohlen
Den fremden Sänger in den Saal zu holen. —
Halb hingestreckt lag längst der Fahrende am Feuer
Und sprach mit Hansli, der ihm eifrig lauscht’.
Es war ein Mann von reichlich fünfzig Jahren,
Um dessen Haupt schon mancher Sturm gerauscht;
Nun Kunz erschien, hob er sich von der Streue
Und that, als ob die Einladung ihn freue.
Sechstes Kapitel.
In einem Zirkel von vergnügten Menschen weilen,
Mit ihnen holder Eintracht sich bewußt
Und freudig ihrem heitern Treiben lauschend,
Sein Theil zu haben an erlaubter Lust;
Wie schwinden jedem, welcher dies gefunden,
Gar eilig hin die viel zu kurzen Stunden!
So manches Tränklein aus des Apothekers Küche,
Blieb unverschrieben ewig deinem Mund,
Verweiltest öfters du bei frohen Menschen
Und lachtest dich mit ihnen recht gesund;
Denn wo in Freude hell die Augen glänzen,
Muß sich das Herz, muß sich die Seele lenzen.