Da, wie ich helfen will, dem Element zu wehren,
Packt meinen Nacken eine grobe Faust
Und hör’ ich schreien: „Heda, greift den Strolchen!”
Indeß ein Schlag auf mich herunter saust,
Der mich, so lang ich bin, zu Boden streckte,
Daß mir das Feuer aus den Augen leckte.”

„Der Fahrende ist an dem Brande schuldig!” hörte
Ich rufen, dann ging mir der Athem aus;
Ein schwerer Fußtritt raubte die Besinnung,
Die erst mir wieder ward im Büttelhaus.
Und nun, hochedle Herren, kam ein Leben,
Wie’s schlechter nicht dem ärmsten Hund gegeben!”

„Schon andern Tages stand ich vor des Städtleins Richter,
Der flissentlichen Brandstiftung verklagt;
Daß ich zur Nachtzeit nicht im Nest gewesen,
Ward ihm vom Herbergsvater eh’ gesagt.
Dir winkt das Dreibein, dacht’ ich, bist verloren,
Vom Schicksal als ein Opfer auserkoren!”

„Doch nahm ich mich zusammen und beschrieb dem Richter
Gewissenhaft, wie sich zum Brandplatz kam.
Daß ich im Dunkel abends mich verirrte,
Vorm Wetter dann beim Bildstock Deckung nahm,
Und auch der Heil’ge mich beschirmet hätte,
Lief nicht, zu helfen, ich zur Unglücksstätte.”

„Nur von dem Mägdlein und dem Gang mit ihr nach Hause
Mocht’ nicht ich sprechen, sonst war alles wahr.
Der Richter jedoch nannt’ es eitel Lügen,
Von weitem schon jedweder Wahrheit bar;
Wie ich auch schwur, es wollte nichts verschlagen,
Er ließ mich mit der Folter peinlich fragen.”

„So ward ich denn den Wasenknechten überwiesen,
Die bas sich freuten auf den Zeitvertreib,
Des fremden Vogels Federlein zu rupfen
Und ihn zu rösten bei lebend’gem Leib.
Mit Zittern trat ich in die Marterkammer,
Die bald auch wiederscholl, von meinem Jammer.”

„Ein jeder Tag schier brachte neue Qual und Schmerzen.
Die Teufel steigerten mir Grad für Grad
Die Marter, ach, ein zehenfaches Sterben!
Und grinsten höhnisch: „Bist noch gut für’s Rad!”
Als sie mich mit den heißen Zangen kniffen,
Daß zischend tief in’s Fleisch die Eisen griffen.”

„Doch, trotzdem sie die Qualen täglich fast erneuten,
Ich blieb dabei und sprach kein weiter Wort,
Als was dem Richter gleich schon ich bekannte,
Und was ich wiederholte fort und fort:
Daß ich die Herberg bloß deshalb verlassen,
Um Luft zu schöpfen in des Städtleins Gassen.”

„Lag dann ich wieder einsam auf dem Stroh des Kerkers,
Wo ich vor Schmerz zur Nacht mich schlaflos wand,
Kam wohl mir in den Sinn, es möchte nützen,
Würd’ etwas lockern ich der Zungen Band
Und frei bekennen, um des Mägdleins Willen
Sei spät der Herberg ich entschlüpft im Stillen.”