"Du sollst zum König zurückkehren und ihn überreden, sich nach dem Sinsapawalde vor der Stadt zu begeben, dort am alten Tempel den Buddha aufzusuchen und ihn um Rat zu fragen. Der Rest wird dann von selber folgen."

"Du bist eine kluge Frau," sagte Satagira. "Jedenfalls ist dieser Rat sehr gut, denn jener Buddha soll ja der weiseste aller Menschen sein. Wenn es auch schwerlich so gute Folgen für mich haben kann, wie du dir denkst, so will ich doch den Versuch machen."

"Daß die Folgen nicht ausbleiben werden," antwortete ich, "dafür stehe ich mit meiner Ehre ein."

"Ich glaube dir, Vasitthi," rief er, indem er aufsprang und meine Hand ergriff. "Wie wäre es möglich, dir nicht zu glauben. Beim Indra! Du bist eine wunderbare Frau, und ich sehe jetzt, wie wenig ich mich irrte, als ich in meiner noch unerfahrenen Jugend, wie einem Instinkte gehorchend, aus dem reichen Mädchenflor Kosambis dich allein ausersah und mich auch durch deine Kälte von meiner Liebe nicht abbringen ließ."

Die Feurigkeit, mit welcher er mich lobte, ließ mich fast bereuen, daß ich ihm den hilfreichen Rat gegeben hatte, aber schon seine nächsten Worte beruhigten mich, denn er sprach jetzt von seiner Dankbarkeit, die unerschöpflich sein würde, auf welche Probe ich sie auch stellte.

"Nur eine einzige Bitte habe ich, durch deren Erfüllung du mir deine Dankbarkeit hinreichend bezeugen kannst."

"Nenne sie mir sofort," rief er, "und wenn du auch verlangst, daß ich Vajira mit ihrem Sohne zu ihren Eltern zurückschicke, so werde ich es unweigerlich tun."

"Meine Bitte ist eine gerechte, keine ungerechte, aber ich werde sie erst vorbringen, wenn mein Rat sich in vollstem Maße bewährt hat. Eile du aber nun zum Palast und setze beim Fürsten diesen Besuch durch."

Ziemlich bald kehrte er zurück, glücklich, daß es ihm gelungen war, den König zu diesem Ausflug zu bestimmen.

"Erst als Udena vernahm, daß der Rat von dir herrührte," sagte er, "und daß du mit deiner Ehre dich für den guten Erfolg verbürgtest, gab er nach, denn auch er hält große Stücke auf dich. O, wie stolz bin ich auf eine solche Gemahlin!"