Diese und ähnliche Worte, an denen er es in seiner zuversichtlichen Stimmung nicht fehlen ließ, waren mir peinlich genug und wären es noch mehr gewesen, wenn ich nicht bei dieser ganzen Sache meine geheimen Gedanken gehabt hätte.

Wir begaben uns nun sofort nach dem Palast, wo schon Vorbereitungen zur Fahrt getroffen wurden.

Sobald die Strahlen der Sonne ihre Glut etwas milderten, bestieg König Udena seinen Staatselefanten, die vielgerühmte Bhaddavatika, die, weil sie schon sehr alt war, nur noch bei den feierlichsten Gelegenheiten benutzt wurde. Wir, der Kämmerer, der Schatzmeister und andere hohe Würdenträger folgten in Wagen nach, zweihundert Reiter eröffneten und ebensoviele beschlossen den Zug.

Am Eingange des Waldes ließ der König Bhaddavatika niederknien und stieg ab; wir anderen verließen die Wagen und begaben uns In seinem Gefolge zu Fuß nach dem Krishnatempel, wo der Buddha, der vom fürstlichen Besuche schon unterrichtet war, von seinen Jüngern umgeben, uns erwartete.

Der König bot dem Erhabenen ehrerbietigen Gruß dar und setzte sich zur Seite nieder. Als nun auch wir andern Platz genommen hatten, fragte der Vollendete:

"Was ist dir, edler König? Hat etwa der König von Benares oder irgend ein anderer deiner fürstlichen Nachbarn dein Land mit Krieg bedroht?"

"Nicht hat, o Herr, der König von Benares, noch irgend einer meiner fürstlichen Nachbarn mich bedroht: ein Räuber, o Herr, lebt in meinem Lande, Angulimala genannt, grausam und blutgierig, an Mord und Totschlag gewöhnt, ohne Mitleid gegen Mensch und Tier. Der macht die Dörfer undörflich, die Städte unstädtlich, die Länder unländlich. Er bringt die Leute um und hängt sich ihre Daumen um den Hals. Und in der Bosheit seines Herzens hat er jetzt den Plan gefaßt, diesen heiligen Hain zu überfallen und den Erhabenen und seine Anhänger zu entführen. Ob solch großer Gefahr entsetzt, murrt mein Volk, drängt sich in großen Scharen um meinen Palast und verlangt, daß ich diesen Angulimala unschädlich mache. Das also liegt mir allein im Sinne."

"Wenn du aber, edler König, Angulimala sähest, mit geschorenem Haar und Barte, mit fahlem Gewande bekleidet, dem Töten entfremdet, dem Stehlen entwöhnt, zufrieden mit einer Mahlzeit, keusch wandelnd, tugendrein, edel geartet: was würdest du dann mit ihm machen?"

"Wir würden ihn, o Herr, ehrerbietig begrüßen, uns vor ihm erheben und ihn zu sitzen einladen, ihn bitten, Kleidung, Speise, Lager und Arznei für den Fall einer Krankheit anzunehmen, würden ihm, wie sich's gebührt, Schutz und Schirm und Obhut angedeihen lassen. Wie aber sollte, o Herr, ein so arger, bösartiger Mensch eine solche Tugendläuterung erfahren?"

Nun saß aber der ehrwürdige Angulimala nicht fern vom Erhabenen. Und der Erhabene wies mit dem rechten Arme hin und sprach also zu König Udena: