"Wie es dir, Bruder, belieben mag," antwortete der Erhabene freundlich.

Und sich fester in seinen Mantel hüllend, legte der Erhabene sich auf der Matte in der Stellung des Löwen hin, auf den rechten Arm gestützt, den linken Fuß auf dem rechten ruhen lassend.

Und der Stunde des Erwachens gedenkend, schlief er sofort ein.

[XXI. MITTEN IM LAUFE]

ls der Erhabene beim ersten Morgengrauen erwachte, sah er, wie der Pilger Kamanita emsig seine Matte zusammenrollte, seine Kürbisflasche umhängte und sich nach dem Stabe umsah, den er nicht gleich in der Ecke bemerkte, weil er umgefallen war. Dabei hatte er in allen seinen Bewegungen das Gepräge eines Menschen, der es sehr eilig hat.

Der Erhabene setzte sich auf und grüßte ihn freundlich.

"Willst du schon aufbrechen, Bruder?"

"Freilich, freilich," rief Kamanita erregt. "Denke dir, es ist wirklich kaum zu glauben--rein zum Lachen, und doch so wunderbar--ein wahres Glück! Vor wenigen Minuten erwachte ich und fühlte mich, nach dem vielen Reden von gestern, recht trocken im Halse. Ich sprang sofort auf und lief zum Brunnen--unter den Tamarinden, quer über den Weg. Dort stand schon ein Mädchen und schöpfte Wasser. Und was meinst du wohl, was ich von ihr höre?--Der Vollendete ist gar nicht in Savatthi! Und wo ist er denn, glaubst du? Gestern ist er, von dreihundert Mönchen begleitet, hier in Rajagaha angekommen! Und er weilt jetzt in seinem Mangohaine jenseits der Stadt. In einer Stunde, in weniger vielleicht, werde ich ihn gesehen haben--ich, der ich glaubte, noch vier Wochen pilgern zu müssen! Was sage ich--in einer Stunde?--Es ist nur eine gute halbe Stunde bis dahin, sagte das Mädchen, wenn man nicht durch die Hauptstraßen geht, sondern durch die Gäßchen und Höfe nach dem Westtor läuft...ich kann mir's kaum denken! Mir brennt der Boden unter den Sohlen--leb' wohl, Bruder! Du hast es gut mit mir gemeint, und ich werde nicht unterlassen, auch dich zum Erhabenen zu führen--jetzt aber kann ich mich wahrlich keinen Augenblick mehr aufhalten."

Und der Pilger Kamanita stürzte aus der Halle hinaus und lief die Straße dahin, so schnell ihn die Beine nur tragen wollten. Als er aber das Stadttor Rajagahas erreichte, war es noch nicht geöffnet, und er mußte eine kleine Weile warten, die ihm wie eine Ewigkeit vorkam und seine Ungeduld aufs höchste steigerte.