"Da kommen Jünger des Vollendeten!" rief einer der Umstehenden, das Gäßchen hinanzeigend, "die werden uns das am besten sagen können."
Wirklich nahten sich einige Mönche aus dem Orden des Buddha, in gelbe Mäntel gehüllt, die den rechten Ann frei ließen, und die Almosenschale in der Hand. Die meisten waren jüngere Leute; aber zuvörderst schritten zwei ehrwürdige Gestalten: ein Greis, dessen ernstes, etwas strenges Gesicht mit dem durchdringenden Blick und dem kräftigen Kinn unwillkürlich die Aufmerksamkeit auf sich lenkte, und ein Mann in mittleren Jahren, aus dessen Zügen eine so herzgewinnende Milde leuchtete, daß er dadurch fast das Aussehen eines Jünglings bekam. Auch konnte ein erfahrener Beobachter in seiner Haltung und in den etwas lebhaften Bewegungen, wie auch im feurigen Blicke, die unveräußerlichen Merkmale der Kriegerkaste entdecken, während die bedächtige Ruhe des Älteren den geborenen Brahmanen verriet. An hohem Wuchs und fürstlichem Anstand kamen aber beide einander gleich.
Als diese Mönche bei der Gruppe, die sich um den verwundeten Mann gebildet hatte, Halt machten, erzählten ihnen viele redselige Zungen sofort, was vorgefallen war, und daß man im Begriff sei, diesen verwundeten Pilger auf einer Bahre--die gerade gebracht wurde--nach dem Mangohaine zum Buddha zu tragen, um dadurch seinen sehnlichen Wunsch zu erfüllen;--ob nicht einer der jüngeren Mönche mit zurückkehren wolle, um ihnen den kürzesten Weg nach der Stelle zu weisen, wo der Erhabene sich augenblicklich aufhielt?
"Der Erhabene," antwortete der Greis mit dem strengen Gesicht, "ist nicht im Mangohaine, und wir wissen selbst noch nicht, wo er sich aufhält."
Bei dieser Antwort entrang ein verzweifeltes Stöhnen sich der wunden Brust Kamanitas.
"Aber freilich kann er nicht weit von hier sein," fügte der Jüngere hinzu. "Der Erhabene hat gestern die Mönchsgemeinschaft vorausgeschickt und ist allein weitergegangen. Er wird sich wohl verspätet haben und irgendwo, vielleicht im Vororte, eingekehrt sein. Wir sind jetzt unterwegs, ihn zu suchen."
"O, suchet eifrig, findet ihn!" rief Kamanita.
"Wenn wir auch wüßten, wo der Erhabene ist, so ginge es doch nicht an, diesen Verwundeten hinzutragen," meinte der strenge Mönch. "Denn die Erschütterung auf der Bahre würde seinen Zustand schnell verschlimmern, und wenn er es auch überstände, so würde er doch sterbend ankommen, und sein Geist würde nicht fähig sein, die Worte des Erhabenen zu erfassen. Wenn er sich aber jetzt schont, und von einem kundigen Wundarzt behandelt und sorgfältig gepflegt wird, dann ist doch immer noch Hoffnung vorhanden, daß er so weit zu Kräften kommen kann, um der Rede des Erhabenen zu lauschen.
Aber Kamanita zeigte ungeduldig auf die Bahre:
"Keine Zeit--sterben--mich mitnehmen--ihn sehen--berühren--selig sterben--mitnehmen--eilet!"