Achselzuckend wandte sich der Mönch an die jüngeren Brüder:

"Dieser arme Mann hält den siegreich Vollendeten für ein Götzenbild, bei dessen Berührung man entsühnt wird."

"Er hat Vertrauen zum Vollendeten gefaßt, Sariputta, wenn ihm auch das tiefere Verständnis fehlt," sagte der andere und beugte sich über den Verwundeten, um den Grad seiner Kräfte festzustellen; "vielleicht könnte man es doch wagen. Der Arme dauert mich, und ich glaube, man kann ihm nichts Besseres antun, als den Versuch zu machen."

Ein dankbarer Blick des Pilgers belohnte ihn für seine Fürsprache.

"Wie es dir beliebt, Ananda," antwortete Sariputta freundlich.

In diesem Augenblick kam von der Seite, von welcher auch Kamanita gekommen war, ein Hafner gegangen, der auf dem Rücken einen Korb mit allerlei Töpferwaren trug. Als er den Pilger Kamanita bemerkte, den man soeben mit großer Vorsicht, aber nicht ohne ihm heftige Schmerzen zu verursachen, auf die Bahre gelegt hatte, blieb er erschrocken stehen--und zwar so plötzlich, daß die aufeinandergetürmten Schüsseln, die er auf dem Kopfe trug, zu Boden fielen und zerbrachen.

"Ihr Götter! Was ist denn hier vorgefallen? Das ist ja der fromme Pilger, der meiner Halle die Ehre angetan hat, dort zu übernachten. In der Gesellschaft eines Mönches, der dasselbe Gewand trug, wie diese Ehrwürdigen, hat er in meinem Hause die Nacht zugebracht."

"War jener Mönch ein alter Mann und von hoher Gestalt?" fragte Sariputta.

"Gewiß, Ehrwürdiger--und er schien mir dir selber nicht unähnlich zu sein."

Da wußten nun die Mönche, daß sie nicht länger zu suchen brauchten, und daß der Erhabene im Hause des Hafners war. Denn "der Jünger, der dem Meister ähnelt"--also wurde ja Sariputta genannt.