minice dumamimadumaramlisiaedipurenaiedecraisiepanamine dunastavhelefu.

Die verschiedensten Idiome sind auf Stammesverwandtschaft mit den etruskischen vergeblich geprüft worden, wenn auch einige Spuren darauf hinzudeuten scheinen, daß die Etrusker im allgemeinen den Indogermanen beizuzählen sind. Vielleicht hängt der Name des etruskischen Zeus Tina oder Tinia mit dem sanskritischen dina, Tag zusammen. Übrigens schreibt schon Dionysios: „die Etrusker stehen keinem Volke gleich an Sprache und Sitte.“

Wahrscheinlich ist es, daß die Etrusker über die rätischen Alpen nach Italien gekommen sind, da die ältesten in Tirol und Graubündten nachweisbaren Ansiedler bis in die historische Zeit etruskisch redeten und auch ihr Name auf den der Rasen anklingt. Nach Herodot sollen sie freilich aus Asien eingewanderte Lyder sein, allein schon Dionysios erklärt diese Erzählung bei der großen Verschiedenheit zwischen Religion, Gesetz, Sitte und Sprache der Lyder von ihnen für ein unmögliches Märchen.

Mit Mommsen dürfen wir es übrigens für zuverlässig halten, daß das letzte Königsgeschlecht, das über die Römer herrschte, das der Tarquinier aus Etrurien entsprossen ist.

Die Anschauungen der Etrusker wurzelten mehr als die irgend eines anderen bekannten Volkes des Altertums im eigentlich occultistischen Gedankenkreise. Insofern zeigen sie eine gewisse Ähnlichkeit mit den Egyptern, von denen sie sonst nach Sprache, Sitte und Verfassung entschieden zu trennen sind. Die Nekromantie und schwarze Magie scheint ihr eigenstes Element gewesen zu sein. Der Totenkultus scheint bei ihnen eine noch größere Rolle gespielt zu haben, als bei den Egyptern. Es gab eine Unzahl von Todesgenien, deren furchtbare Bilder an den Mauern der Totenstädte, auf den Sarkophagen u. s. w. uns entgegenstarren. Sie sind dargestellt, wie sie die armen Menschenseelen verfolgen, peinigen und trotz alles Flehens entführen, archaistische Höllenbreughel; sehr selten sieht man auch gute Geister die Seelen freundlich einladen, auch gute und böse sich um dieselben streiten. Die Totenstädte der Egypter übertrafen die Städte der Lebenden an Ausdehnung und wurden mit größerem architektonischen Aufwand, als jene, ausgeschmückt. „Aus den Trümmern, die vom etruskischen Sacralwesen auf uns gekommen sind“, schreibt Mommsen, röm. Gesch. I, S. 180, „redet eine düstere und dennoch langweilige Mystik, Zahlenspiel und Zeichendeuterei und jene feierliche Inthronisierung des reinen Aberwitzes, die zu allen Zeiten ihr Publikum findet. Wir kennen zwar den etruskischen Kult bei weitem nicht in solcher Vollständigkeit und Reinheit wie den latinischen; aber mag die spätere Grübelei auch manches erst hineingetragen haben und mögen auch gerade die düstern und phantastischen, von dem latinischen Kult am meisten sich entfernenden Sätze uns vorzugsweise überliefert sein, was beides in der That nicht wohl zu bezweifeln ist, so bleibt immer noch genug übrig, um die Mystik und Barbarei dieses Kultus als im innersten Wesen des etruskischen Volkes begründet zu bezeichnen. – Ein innerlicher Gegensatz des sehr ungenügend bekannten etruskischen Gottheitsbegriffes zu dem italischen läßt sich nicht erfassen; aber bestimmt treten unter den etruskischen Göttern die bösen und schadenfrohen in den Vordergrund, wie dann auch der Kult grausam ist und namentlich das Opfern der Gefangenen einschließt, – so schlachtete man in Caere die gefangenen Phokaeer, in Tarquinii die gefangenen Römer. Statt der stillen in den Räumen der Tiefe friedlich schaltenden Welt der abgeschiedenen „guten Geister“, wie die Latiner sie sich dachten, erscheint hier eine wahre Hölle, in die die armen Seelen zur Peinigung durch Schläge und Schlangen abgeholt werden von dem Totenführer, einer wilden halb tierischen Greisengestalt mit Flügeln und einem großen Hammer; einer Gestalt, die man später in Rom bei den Kampfspielen verwandte, um den Mann zu kostümieren, der die Leichen der Erschlagenen vom Kampfplatze wegschaffte. So fest ist mit diesem Zustand der Schatten die Pein verbunden, daß es sogar eine Erlösung daraus giebt, die nach gewissen geheimnisvollen Opfern die arme Seele versetzt unter die oberen Götter. Es ist merkwürdig, daß um ihre Unterwelt zu bevölkern, die Etrusker früh von den Griechen deren finsterste Vorstellung entlehnten, wie denn die acheruntische Lehre und der Charun eine große Rolle in der etruskischen Weisheit spielen. – Aber vor allen Dingen beschäftigt den Etrusker die Deutung der Zeichen und Wunder. Die Römer vernahmen wohl auch in der Natur die Stimme der Götter; allein ihr Vogelschauer verstand nur die einfachen Zeichen und erkannte nur im allgemeinen, ob die Handlung Glück oder Unglück bringen werde. Störungen im Laufe der Natur galten ihm als unglückbringend und hemmten die Handlung, wie zum Beispiel bei Blitz und Donner die Volksversammlung auseinanderging, und man suchte auch wohl sie zu beseitigen, wie zum Beispiel die Mißgeburt schleunigst getötet ward. Aber jenseits der Tiber begnügte man sich damit nicht. Der tiefsinnige Etrusker las aus den Blitzen und aus den Eingeweiden der Opfertiere dem gläubigen Mann seine Zukunft bis ins Einzelne heraus und je seltsamer die Göttersprache, je auffallender das Zeichen und Wunder, desto sicherer gab er an, was es verkünde und wie man das Unheil etwa abwenden könne. So entstanden die Blitzlehre, die Haruspicin, die Wunderdeutung, alle ausgesponnen mit der ganzen Haarspalterei des im Absurden lustwandelnden Verstandes, vor allem die Blitzwissenschaft. Ein Zwerg von Kindergestalt mit grauen Haaren, der von einem Ackersmann bei Tarquinii war ausgepflügt worden, Tages genannt – man sollte meinen, daß das zugleich kindische und altersschwache Treiben in ihm sich selber habe verspotten wollen, – also Tages, hatte sie zuerst den Etruskern verraten und war dann sogleich gestorben. Seine Schüler und Nachfolger lehrten, welche Götter Blitze zu schleudern pflegten; wie man am Quartier des Himmels und an der Farbe den Blitz eines jeden Gottes erkenne; ob der Blitz einen dauernden Zustand andeute oder ein einzelnes Ereignis und wenn dieses, ob dasselbe ein unabänderlich datiertes sei oder durch Kunst sich verschieben lasse bis zu einer gewissen Grenze; wie man den eingeschlagenen Blitz bestatte oder den drohenden einzuschlagen zwinge, und dergleichen wundersame Künste mehr, denen man gelegentlich die Sportulierungsgelüste anmerkt. Wie tief dies Gaukelspiel dem römischen Wesen widerstand, zeigt, daß, selbst als man später in Rom es benutzte, doch nie ein Versuch gemacht ward es einzubürgern; in dieser Epoche genügten den Römern wohl noch die einheimischen und die griechischen Orakel. – Höher als die römische Religion steht die etruskische insofern, als sie von dem, was den Römern völlig mangelt, einer in religiöse Formen gehüllten Spekulation wenigstens einen Anfang entwickelt hat. Über der Welt mit ihren Göttern walten die verhüllten Götter, die der etruskische Jupiter selber befragt; jene Welt aber ist endlich und wird, wie sie entstanden ist, so auch wieder vergehen nach Ablauf eines bestimmten Zeitraums, dessen Abschnitte die Saecula sind. Über den geistigen Gehalt, den diese etruskische Kosmogonie und Philosophie einmal gehabt haben mag, ist schwer zu urteilen, doch scheint auch ihnen ein geistloser Fatalismus und ein plattes Zahlenspiel von Haus aus eigen gewesen zu sein.“

Die obersten Götter des etruskischen Volkes, die „Verhüllten“ durften nicht mit Namen genannt werden. Nach ihnen kamen zwölf Gottheiten der Oberwelt, an deren Spitze Tina (Zeus?) stand, dieselben erinnern, ebenso wie die Blitzwissenschaft, auffällig an die obersten Götter der Akkader und sind augenscheinlich nichts anderes, als die zwölf Monate oder zwölf Zeichen des Tierkreises (Planetengötter), vergl. Teil I dieses Werkes ([S. 7] und [53]), ferner Müller, die Etrusker (2 Bände); dann die Gottheiten der Unterwelt, vor allem Mantus und Mania, denen in ältester Zeit sogar Kinderopfer dargebracht sein sollen, an deren Stelle erst in römischer Zeit Mohn- und Kohlköpfe substituiert wurden.

[Zweites Kapitel.]
Die Religion der Römer.

In seinen Göttern spiegelt sich der Mensch. Diese nicht erst von Feuerbach, sondern wie wir sahen, schon von Xenophanes ([S. 475] oben) erkannte Wahrheit bestätigt sich auch, wenn wir die religiösen Vorstellungen der Römer Revue passieren lassen. Man erwarte daher von den praktischen, fast ganz auf die Beherrschung der diesseitigen Welt gerichteten Römern keine tiefsinnige Mystik, wie sie uns bei den Orientalen und teilweise auch bei den Griechen, später auch wieder bei den Germanen entgegentritt. Von den träumerisch-phantastischen, ja unheimlichen Etruskern übernahmen zwar die Römer einige Praktiken, mit denen sie den abergläubischen Sinn der Menge unmerklicher unter das Joch der Politik bringen konnten; ihre religiöse Weltanschauung selbst trägt einen durchweg klaren, wesentlich nur die wichtigsten Naturerscheinungen und Interessen ihres, ursprünglich mit Ackerbau und Hirtenleben einerseits und Krieg andererseits verwachsenen Lebens symbolisierenden naturalistischen und fast rationalistischen Charakter. Die Religion steht durchaus im Dienste der irdischen Zwecke, vor allem des Staates, nicht umgekehrt. Allerdings drängt sie sich, um den staatlichen Dingen die nötige Weihe zu geben, überall vor, aber wenn durch diesen Schein verleitet, Hartung, ein Philologe, über die Religion der Römer schreibt, „man müsse den älteren Römern nachrühmen, daß sie eine so allgemeine, so durchreichende und so unerschütterliche Religiosität besessen und geübt haben, wie kein anderes Volk der Erde“, so verfehlt ein besserer Kenner des eigentlich römischen Geistes, der Jurist R. v. Ihering, Geist des römischen Rechts, § 21, nicht, die Kehrseite der Medaille aufzuweisen und von frühzeitigem Formalismus und Jesuitismus, man könnte auch sagen Machiavellismus der Römer in Beziehung auf die Religion zu sprechen. Die Religion der Römer ward schon sehr früh mit ihrem gesamten Apparat von in den Willen der Staatsregierung gegebenen geistlichen Beamten, Zeichen, Nichtigkeitgründen u. s. w. ein politisches Institut; und Mommsen, römische Geschichte I, S. 160, macht auf das Schwanken der römischen Religionsvorstellungen im Laufe der Geschichte aufmerksam; „der Staat und das Geschlecht, das einzelne Naturereignis, wie die einzelne geistige Thätigkeit, jeder Mensch, jeder Ort und Gegenstand, ja jede Handlung innerhalb des römischen Rechtskreises kehren in der römischen Götterwelt wieder; und wie der Bestand der irdischen Dinge flutet im ewigen Kommen und Gehen, so schwankt auch mit ihm der Götterkreis.“

Den Vorrang unter den männlichen Göttern der ältesten Anschauungsform beanspruchen Jupiter, Mars und Quirinus. Diese drei wurden am heiligsten verehrt; sie waren die eigentlichen Schutzgottheiten Roms gegen auswärtige Feinde. So lautete ein altes Gesetz der Numa, das uns Festus aufbewahrt hat: „Unter wessen Anführung in der Schlacht die vornehmste Beute gewonnen wird, der soll dem Jupiter Feretrius einen Ochsen schlachten, und dem der sie gewonnen dreihundert Pfund geben; für die zweite soll er an dem Altar des Mars auf dem Marsfelde Suovetaurilien nach Belieben schlachten, für die dritte dem Quirinus ein männliches Lamm.“