Fritz: Ich habe mir den Rüssel wohl schon angesehen. Er sieht aus wie ein geknietes Rohr, das abwärts gerichtet ist. Am Ende bildet er eine breite Fläche, mit der die Fliege überall hintupft; das werden wohl die Lippenpolster sein, die du meinst.

Dr. E.: Ja, das sind sie. In einer Rinne des geknieten Rüssels liegt nun das ungemein zarte eigentliche Saugrohr, das vorn bis zu den Polstern reicht, und durch welches die flüssige Nahrung in den Schlund und in den Magen steigt. — Doch seht, da ist schon eine unserer Fliegen; gleich wird sie über den Zucker herfallen.

Kurt: Wahrhaftig. Nun tupft sie mit dem fleischigen Polster immer drauflos. Das sieht ja famos aus, wie sie mit ihrem Rüssel hantiert.

Dr. E.: Ja, das ist ein recht verzwicktes Ding, und es sollte uns schwer werden, ein Modell zu bauen, welches alle diese mannigfachen Bewegungen nachmachen könnte.

Hans: Aber, Papa, ich denke, die Fliege kann nur Flüssiges zu sich nehmen, und hier frißt sie Zucker!

Dr. E.: Ei, ei, Hansel, das war wieder eine von deinen berühmten Fragen. Über dieses große Rätsel können sich mal deine Brüder den Kopf zerbrechen.

Fritz: Der Zucker wird wohl ein wenig feucht sein, daß sie ihn aufsaugen kann?

Dr. E.: Meinst du? Das glaube ich kaum; sie betupft ja auch Brotkrumen.

Kurt: Vielleicht spuckt sie den Zucker vorher an, daß er flüssig wird.

Dr. E.: Bravo, Kurt! Du hast’s in der Tat getroffen. An der Spitze des dünnen Saugrohrs mündet gleichzeitig auch ein haarfeines Speichelrohr, durch welches je nach Belieben der Fliege — denn das Rohr hat ein Ventil zum Öffnen und Schließen — ein Tröpfchen Speichel vorn an der Spitze des Rüssels heraustritt.