Dr. E.: Das ist nur scheinbar. In Wirklichkeit ziehen auch sie nicht aus der Erde ihre Nahrung, sondern aus den faulenden und verwesenden Pflanzenteilen, die im Waldboden stecken. Eine große Zahl von Pilzen bewohnt aber lebende Pflanzen, wo sie sich als mißfarbene Flecke auf den Blättern bemerklich machen, und andere wieder schmarotzen auf lebenden oder toten Tieren.

Kurt: Sind denn die großen schwarzen Flecke, die im Herbste fast auf jedem abgefallenen Ahornblatte sitzen, vielleicht auch Pilze?

Dr. E.: Gewiß! Und wenn du dir die Mühe nehmen wolltest, auch die Blätter anderer Pflanzen zu betrachten, sowohl die grünen wie die abgefallenen, so würdest du fast überall Pilze entdecken, die in Form von kleinen schwarzen Pünktchen oder Strichen oder rotbraunen Näpfchen daran sitzen. Wohl die meisten unserer einheimischen Pflanzen haben ihre besonderen Pilzarten, so daß die Zahl der Pilze weit größer ist als die der Blütenpflanzen.

Fritz: Aber schaden denn die den Pflanzen nicht?

Dr. E.: Selbstverständlich! Viele dieser Pilze gehören zu den größten Plagen der Landwirtschaft, wie der Rost und Brand des Getreides, das Mutterkorn, der Pilz der Kartoffelkrankheit und zahlreiche andere.

Kurt: Ja, wenn das alles Pilze sind, so glaube ich schon, daß es so kleine gibt, daß sie in einer Fliege Platz haben. Ich dachte natürlich an die eßbaren Pilze im Walde. Hat denn der Pilz in der Fliege auch so einen Hut, wie die Champignons und die Steinpilze?

Dr. E.: Nein, Kurt. Eine so feste, dicke Masse, wie die sogenannten Hutpilze, bilden nur wenige. Die meisten bestehen aus äußerst zarten Fäden, die man kaum mit bloßem Auge sehen kann.

Kurt: Ach richtig! Beim Schimmel habe ich auch schon manchmal diese feinen Fäden bemerkt.

Dr. E.: Schön, ganz ähnliche, nur noch viel feinere Fäden durchziehen nun auch den ganzen Fliegenkörper und wachsen schließlich überall zwischen den Körperringen heraus, wenn die Krankheit überhand nimmt.

Fritz: Und was ist der weiße Hauch, der sich rings um die Fliege bildet?