Blattpflanzen. Palmen

Kurt: Was versteht man denn eigentlich unter „Blattpflanzen“; für gewöhnlich haben doch alle Pflanzen Blätter.

Dr. E.: Das ist wohl etwas zu viel behauptet; an einem Champignon, einer Flechte oder einem Algenfaden sollte es dir am Ende schwer werden, Blätter nachzuweisen.

Kurt: Ja, die meine ich auch nicht. Ich denke an die Pflanzen, die man in Blumentöpfen zieht.

Dr. E.: Dann hast du freilich recht, und ich muß zugeben, daß der Ausdruck „Blattpflanzen“ nicht sehr passend gewählt ist. Man bezeichnet damit aber solche Gewächse, die ganz ausschließlich ihrer hübschen Blätter wegen gezogen werden.

Kurt: Das heißt wohl so viel, daß ihre Blüten nicht hübsch sind?

Dr. E.: Bei den meisten sind sie wenigstens unscheinbar, wie bei unserm Efeu. Andre haben zwar ganz ansehnliche Blüten, aber sie kommen nur selten oder gar nicht zur Entwicklung.

Kurt: Warum denn nicht?

Palmen. Kokosnüsse

Dr. E. Weil sie ein wärmeres Klima verlangen und bei uns ein kümmerliches Dasein führen. Denke an die Palmen in unsern Blumentöpfen. Nach zehn, ja zwanzig Jahren sind es noch die reinen Zwerge, die gar nicht ans Blühen denken; denn auch in ihrer Heimat müssen sie erst zu mächtigen Bäumen werden, ehe sie zum erstenmal ihre gewaltigen Blütenrispen entfalten.