Dr. E.: Das Gummielastikum oder Kautschuk ist ein sehr verbreiteter Körper. Man kennt nicht weniger als 30 verschiedene Baumarten, aus denen es gewonnen wird. Freilich ist ja die Verwendung des Kautschuks auch so mannigfach und namentlich in jüngster Zeit so massenhaft, daß kaum genug davon beschafft werden kann.

Hans: Ach ja, die Gummischuhe werden auch daraus gemacht und die Gummireifen der Automobile und Fahrräder!

Dr. E.: Ja, mein Junge, und noch viele andere Dinge, von denen du dir wohl nichts träumen läßt. Hätte der Chemiker keine Gummischläuche und Gummikorke, es wäre schlimm mit seinen Experimenten bestellt. In der Medizin werden zahlreiche Geräte aus Gummi angefertigt, in der Physik leistet es als Nichtleiter der Elektrizität ganz hervorragende Dienste. Ja, auch Trinkgefäße, Kämme, Knöpfe, Hörrohre und Musikinstrumente werden aus diesem Stoffe angefertigt.

Fritz: Aber Kämme und Knöpfe müssen doch hart sein!

Dr. E.: Das sind sie auch. Der Kautschuk hat eben unter vielen andern Vorzügen die wunderbare Eigenschaft, zusammen mit Schwefel eine feste, hornartige Masse zu bilden, die ganz so wie Horn oder Holz mit Säge, Hobel und auf der Drehbank verarbeitet werden kann.

Kurt: Das hätte ich doch nicht gedacht, daß unser langweiliger Gummibaum so nützlich wäre. Nun möchte ich auch wissen, was er denn eigentlich für Blüten hat.

Dr. E.: Bei uns wird er dir den Gefallen wohl nicht tun und blühen. Aber dicht neben ihm steht zufällig ein ganz naher Verwandter, an dem kannst du am Ende die Blüten studieren.

Kurt: Da steht bloß ein Feigenbaum; ist der etwa mit ihm verwandt?

Feigenbaum

Dr. E.: Freilich. Beide gehören sogar zu derselben Gattung. Der Feigenbaum führt den lateinischen Namen Fícus cárica, während der Gummibaum als Fícus elástica bezeichnet wird.