Kurt: Schade! Unser Feigenbaum hat gar keine Blüten mehr; er hat nur noch Früchte.
Dr. E.: Sollte das wirklich wahr sein?
Fritz: Ja, Vater, das ist eine wunderbare Geschichte mit dem Feigenbaum. Ich habe schon so oft aufgepaßt und wollte einmal die Blüten sehen. Aber ich hab’s nie beobachten können; es waren immer schon ganz kleine Feigen.
Dr. E.: Das scheint mir allerdings sehr merkwürdig! Hast du denn schon mal eine Feige aufgeschnitten?
Fritz: Nein, das nicht; ich durfte ja keine abpflücken.
Dr. E.: Nun, so will ich’s dir jetzt erlauben. Da, nimm diese hier, die schon fast ausgewachsen, aber noch grün ist.
Fritz, nachdem er die Feige der Länge nach durchgeschnitten: Ih, die ist ja inwendig ganz hohl?
Dr. E.: Und weiter bemerkst du nichts?
Fritz: Ja, es sieht fast aus, als wenn ein Loch an der Spitze nach außen führt, das nur durch ein paar kleine Blättchen verschlossen wird. Der Hohlraum selbst aber ist mit merkwürdigen kleinen gestielten Keulen ausgekleidet. Das können doch nur die Samen sein.
Dr. E.: Wenn die Feige eine Frucht wäre, wie du glaubst, so hättest du recht. In Wirklichkeit aber sind alle diese kleinen Keulen im Innern weiter nichts, als ebensoviele Blüten, in denen sich später je eine kleine harte Frucht, ein sogenanntes Nüßchen, ausbildet.