Kurt: Gehören denn die Begonien auch dazu?

Begonien. Farne

Dr. E.: O, ganz und gar nicht. Die Begonien oder Schiefblätter bilden eine ganz eigenartige Familie, die gar keine näheren Verwandten hat. Ihr braucht euch die ganz ungewöhnlichen Blüten ja nur einmal genauer anzusehen. Verraten will ich noch, daß sie wie bei den Palmen von zweierlei Art sind, indem auch hier Staubgefäße und Stempel sich nicht in derselben Blüte finden.

Fritz: Ist es denn wahr, Vater, daß man diese Pflanzen durch ein einzelnes Blatt vermehren kann?

Dr. E.: Allerdings. Man hat nur nötig, ein abgeschnittenes Blatt an verschiedenen Stellen der saftigen Blattrippen einzuritzen und dann auf feuchte Erde zu legen. An jeder Wundstelle wächst nach kurzer Zeit aus dem Blatt ein junges Pflänzchen hervor.

Fritz: Ist denn das nicht was sehr Merkwürdiges?

Dr. E.: Nun, so ganz vereinzelt ist diese Erscheinung nicht. Bei manchen Farnkräutern[68], die häufig gezogen werden, könnt ihr sogar sehen, wie scheinbar ganz ohne irgendwelche Veranlassung überall auf dem Laube des Wedels junge Pflänzchen hervorknospen, die dann abfallen und am Boden wurzeln.

Kurt: Kann man denn die Farnkräuter auch als Blattpflanzen bezeichnen?

Dr. E.: Ich denke, diese doch wohl in erster Linie. Denn der Blüten wegen wird doch die schwerlich jemand ziehen.

Kurt: Ja, das will ich glauben! Die haben doch nur so kleine schwarze Tupfen auf den Blättern, in denen ja wohl die Samen stecken.