Dr. E.: Wenigstens kann man dieses staubfeine Pulver, was da herauskommt, insofern mit dem Samen vergleichen, als daraus junge Pflänzchen sich entwickeln. In Wirklichkeit ist die Entwicklung eines Farnkrautes freilich nicht so einfach, und ihr würdet euch schön wundern, wenn ich euch seine ganze Lebensgeschichte erzählen wollte. Dazu aber müßt ihr wohl noch ein wenig älter werden.
Dreizehnter Abend.
Dr. E.: Na, Kurt, was hast du denn da Schönes in deiner Schachtel? Das sieht ja ganz geheimnisvoll aus.
Kurt: Ja, denke nur, Vater, heute, wo wir doch noch im Februar sind, habe ich den ersten Schmetterling gefangen. Nun muß es doch bald Frühling werden.
Dr. E.: Da bin ich doch wirklich neugierig. — Ei, ein hübsches lebendes Tagpfauenauge! Wo ist dir denn das in die Hände gefallen?
Kurt: Heute mittag war es, als ich auf dem Boden das eine Dachfenster ein wenig öffnen wollte, weil die Sonne so schön schien. Da saß das Tier an einem Dachbalken und klappte mit den Flügeln.
Falter als Frühlingsbote. Winterschlaf
Dr. E.: Und wurde dann als Frühlingsbote von dir eingesperrt. — Sollen wir denn nun nicht den Zeitungen Nachricht geben? Sonst kommen dir am Ende andere zuvor und bringen dich um den Ruhm, das Nahen des Lenzes zuerst entdeckt zu haben.