Kurt: Also ungefähr so wie mit den Pilzkulturen?

Dr. E.: Na, ein bißchen anders ist es schon, da die Infusorien im Wasser leben. Man legt einfach Blätter, Heu oder ähnliche Stoffe in eine Schale mit Wasser und läßt es eine Zeitlang stehen. Es entwickelt sich dann bald ein reiches Leben der verschiedensten mikroskopischen Tierchen, die eben nach dieser Methode, sie durch Übergießen von Pflanzenstoffen mit Wasser hervorzuzaubern, den Namen „Aufguß“tierchen oder Infusorien erhalten haben. Wenn die Tage wieder länger werden, wollen wir mal so einen Aufguß herstellen, und ihr sollt dann selbst durch das Mikroskop beobachten, welch buntes Gewimmel zierlichster Formen sich aus dem Staube unserer Zimmerluft entwickelt hat.

Vierzehnter Abend.

Heute, Kinder, sagt Dr. Ehrhardt zu seinen Knaben, wird es wohl zum letztenmal sein, daß wir in diesem Winter unser Plauderstündchen abhalten. Am nächsten Sonntag bin ich verhindert, und in vierzehn Tagen ist der Frühling hoffentlich schon so weit ins Land gezogen, daß wir unsere Spaziergänge im Freien wieder aufnehmen können. Es ist doch ein ander Ding, das Wirken und Walten der Natur dort draußen in Feld und Flur, als hier im engen Studierzimmer zu beobachten.

Fritz: Ja, Vater, wir sehnen uns auch schon sehr danach. Weißt du denn heute nicht noch etwas recht Interessantes zu erzählen?

Dr. E.: Mir fällt gerade nichts ein. Aber vielleicht könntet ihr einmal allerlei Fragen stellen über Dinge, die ihr beobachtet habt, und die ihr nicht erklären könnt. Das würde einen ganz hübschen Abschluß unserer naturwissenschaftlichen Durchforschung des Hauses geben.

Kurt: Ach ja, Vater! Ich weiß eine ganze Masse Fragen. Zuerst —

Dr. E.: Halt, Kurt, das geht nicht so hastig. Vor einigen Wochen, bei den Mineralien, habt ihr zuerst eure Weisheit vortragen dürfen. Heute, meine ich, sollte deshalb mal Hans den Anfang machen. Drei Fragen kann jeder sich ausdenken. Hoffentlich werde ich sie der Hauptsache nach beantworten können.