Pfefferminzplätzchen. Knistern des Tannenbaums
Hans: Dann will ich gleich mit einer Frage anfangen, über die ich mich neulich mit meinem Freunde Wilhelm gestritten habe. Woher kommt es eigentlich, daß man immer solch luftiges Gefühl im Munde hat, wenn man Pfefferminzplätzchen gegessen hat?
Dr. E.: Ei, du Leckermäulchen, das ist nun eigentlich keine Frage, die zum Hause gehört! Weißt du denn, was in den Pfefferminzplätzchen enthalten ist?
Hans: Ja, Pfefferminze. Und das ist eine Pflanze.
Dr. E.: Gewiß; aber die steckt natürlich nicht drin, sondern nur ein Stoff, der aus dieser Pflanze gewonnen wurde.
Fritz: Das ist das Pfefferminzöl. Ich kann mir auch denken, woher das erfrischende Gefühl beim Essen der Pfefferminzplätzchen kommt.
Dr. E.: Nun?
Fritz: Das Pfefferminzöl gehört doch wahrscheinlich zu den sogenannten ätherischen Ölen, die alle leicht verdunsten, wenn sie der Luft ausgesetzt sind. Durch schnelle Verdunstung aber entsteht Kälte, wie man leicht beobachten kann, wenn man sich etwa ein paar Tropfen Äther auf die Hand gießt. Ich glaube darum, daß es sich bei den Pfefferminzplätzchen einfach um eine Kälteempfindung handelt.
Kurt: Wie kann denn aber durch bloßes Verdunsten Kälte entstehen?
Dr. E.: Das dürfte wohl nicht allzu schwer zu erklären sein. Wir wissen, daß beim Übergang der flüssigen Körper in den gasförmigen Zustand unter allen Umständen Wärme nötig ist. Unter einem offenen Kessel mit Wasser kann ich so viel heizen, wie ich will, das Thermometer steigt nicht über 100 Grad, weil die ganze Wärme, welche durch die Feuerung entsteht, zur Verwandlung des flüssigen Wassers in Dampf verbraucht wird. Hat nun eine Flüssigkeit das Bestreben, in die Gasform überzugehen, ohne daß wir ihr Wärme von außen zuführen, so nimmt sie dieselbe aus der Umgebung, vor allem also aus den Gegenständen, mit denen sie in Berührung ist. Diese werden dadurch kühler, und man spricht dann von einer durch das Verdampfen der Flüssigkeit hervorgerufenen Kälte oder kurz von einer Verdunstungskälte.