Kurt: Also deshalb ist es auch so erfrischend, wenn man durch einen Zerstäuber mit Kölnisch Wasser angeblasen wird? Das macht da auch die Verdunstungskälte?

Dr. E.: Gewiß. Du hättest auch daran denken können, wie kühl und erfrischend die Luft nach einem Gewitterregen ist, und wie wir im Hochsommer die Dielen besprengen, um größere Kühle zu erzeugen. — Ob aber gerade bei den Pfefferminzplätzchen die von Fritz gegebene Erklärung richtig ist, scheint mir doch sehr zweifelhaft.

Fritz: Und warum das?

Dr. E.: Vor allem, weil das Pfefferminzöl durchaus nicht so flüchtig ist, wie du annimmst. Ein Tropfen davon, der Luft ausgesetzt, bleibt lange Zeit unverändert und verdunstet keineswegs so im Handumdrehen, wie der Äther.

Fritz: Aber wie willst du die Wirkung des Öls dann erklären?

Dr. E.: Wirklich erklären kann ich sie nicht. So viel aber ist wohl sicher, daß es sich hierbei ganz allein um eine besondere, dem Pfefferminzöl und dem in ihm enthaltenen Kampfer zukommende Wirkung auf unsere Geschmacksnerven handelt. Wir haben durch diese Stoffe die Empfindung der Kälte etwa in derselben Weise, wie wir beim Genuß des Pfeffers diejenige des Brennens haben.

Hans: Ach, wenn es weiter nichts ist —! Das hätte ich mir viel wunderbarer vorgestellt. — Dann habe ich eine andere Frage, über unsern Tannenbaum. Als wir den nach Weihnachten verbrannten, da gab es ein fortwährendes Geknatter und Gepuffe, als wenn lauter Patronen drin gesteckt hätten. Woher mag das wohl gekommen sein? Es wurde einem ordentlich angst dabei.

Dr. E.: Wenn er noch sehr frisch war, hättet ihr ihn auch lieber nicht in den Herd stecken sollen; es sind schon öfter Unfälle dadurch hervorgerufen, indem der ganze Herd oder Ofen zersprengt wurde. — Hast du denn schon einmal beobachtet, was geschieht, wenn man ein Stück nasses Holz ins Feuer legt?

Hans: Ja, dann knistert und knackt es auch immer.

Dr. E.: Und kann mir einer von euch sagen, worin das wohl seinen Grund haben mag?